Romane - Medientipps von uns gelesen + empfohlen

Julian Barnes: Vom Ende einer Geschichte

Julian Barnes: Vom Ende einer Geschichte

Julian Barnes lebt in London und erhielt bereits zahlreiche internationale Preise. Mit seinem neuesten Buch "Vom Ende einer Geschichte" ist ihm wiederum ein spannendes und stilistisch hervorragendes Buch gelungen. Es teilt sich in zwei große Kapitel: im 1. Teil wird von Freundschaften und Erlebnissen aus der Jugend berichtet, im 2. Teil 40 Jahre später ist Anthony auf der Suche nach der Wahrheit.
Drei Freunde nahmen den überaus intelligenten neuen Schüler Adrian in ihrer Gruppe auf und verbringen viel Zeit zusammen.
Im Alter muss der inzwischen pensionierte und geschiedene Historiker Anthony sich mit der Frage auseinandersetzen, was zwischen ihm, Adrian und zwischen der Freundin Veronica und deren Mutter wirklich geschehen ist. Welche Mitschuld trägt er am Selbstmord seines Freundes?
EGr

Mario Vargas Llosa: Der Traum des Kelten

Mario Vargas Llosa: Der Traum des Kelten

Llosa erzählt die bewegende Lebensgeschichte des Engländers Roger Casement, der um 1900 in die englischen Kolonien im Kongo und am Amazonas reist, um einen Beitrag zur "Zivilisierung der dortigen Bevölkerung" zu leisten. Vor Ort lernt er die ausbeuterischen Praktiken der Kolonialfirmen kennen und wird bald zum leidenschaftlichen Verteidiger der Rechte und Kulturen der Eingeborenen und ein Gegner der Kolonisation. Er verfasst Berichte, die in seiner Heimat England veröffentlicht werden und zu erheblichem Aufsehen führen. Der Aufenthalt in den Kolonien macht ihm auch seine eigenen irischen Wurzeln bewußt. Zurück in England wird er zu einem Hauptverfechter der irischen Unabhängigkeit und im Zuge des Osteraufstands 1916 als Landesverräter verurteilt und hingerichtet. Llosa gelingt es auf beeindruckende Weise, nicht nur die Zeit hautnah zum Leben zu erwecken, sondern Casement jenseits aller politischen Überzeugungen v.a. als Mensch darzustellen: als Menschen voller innerer Widersprüche.
BGr

Linda Holeman: Der Duft von Safran

Linda Holeman: Der Duft von Safran

Zum Dahinschmökern! Sidonie wächst in einer amerikanischen Kleinstadt Anfang der Dreißigerjahre auf. Schon von klein auf meint es das Leben nicht gut mit ihr, bis sie glaubt ihr Glück in Person des charismatischen Arztes Etienne gefunden zu haben, mit dem sie sich schon bald verlobt. Doch eines Tages verschwindet Etienne spurlos. Seine letzte Spur führt Sidonie in das ferne Marrakesch. Noch ahnt sie nicht, welche Wahrheit sie in jener exotischen Welt über den Mann aufdecken wird, den sie glaubte zu kennen.
JKu

Andreas Maier: Das Haus

Andreas Maier: Das Haus

Andreas Maier erzählt von einer Kindheit in Bad Nauheim. Das Kind Andreas wächst behütet in einer Familie mit einem älteren Bruder und einer älteren Schwester auf. Andreas ist scheu, geht äußerst widerwillig in die Schule; er ist am zufriedensten, wenn er mit sich selbt alleine ist. An gesellschaftliche Zwänge will er sich nicht anpassen. Von seinen Mitschülern wird er gehänselt und so zieht er sich immer mehr zurück.
EGr

Marie-Aude Murail: Das ganz und gar unbedeutende Leben der Charity Tiddler

Marie-Aude Murail: Das ganz und gar unbedeutende Leben der Charity Tiddler

Ein Jugendbuch, das aber auch für Erwachsene sehr lesenswert ist! Marie-Aude Murail begeisterte ihre Leser u. a. schon mit ihrem Buch "Simpel", für das sie den Jugendliteraturpreis erhalten hat. Ihr neuestes Werk erzählt das Leben von Charitiy Tiddler. Es ist die erfundene Biografie über Beatrix Potter, der Autorin des berühmten Buches "Peter Rabbit". Das Mädchen Charity ist einsam, forscht über allerei Getier, rezitiert Shakespeare und wartet auf das Leben. Bis zur letzten Zeile ist man als Leser gefesselt von Charitys Weg zur Unabhängigkeit in der - vor allem für Frauen - rigiden Gesellschaft des viktorianischen Englands, verliebt sich in ihre Verschrobenheit und bangt mit ihrem Schicksal. Sehr lesenswert!
JKu

Josef Bierbichler: Mittelreich

Josef Bierbichler: Mittelreich

Der Schauspieler Josef Bierbichler erzählt in seinem ersten Roman die Familiengeschichte einer Seewirtsfamilie über drei Generationen hinweg. Mit kraftvoller Sprache, stimmiger Erzählweise und mit autobiographischen Zügen, berichtet er vom schwierigen Leben der Familie und der sie umgebenden Figuren. Der Krieg beeinflusst die Lebensläufe der Menschen bis in den hintersten Winkel.
EGr

Stewart O'Nan: Emily, allein

Stewart O'Nan: Emily, allein

Emily führt zusammen mit ihrem alten Hund Rufus ein sehr unspektakuläres Leben. Ihr Mann ist schon gestorben und die beiden Kinder sind aus dem Haus. Da sie weiter weg gezogen sind, sieht sie auch die Enkelkinder sehr selten. Einzige Abwechslung sind die kleinen Ausflüge mit ihrer Schwägerin Arlene. Als diese eines Tages wegen einem Schwächeanfall ins Krankenhaus kommt, muss Emily sich um sie und um ihr Auto kümmern. Als wieder alles in den üblichen Bahnen verläuft, kauft sie sich ein kleines Auto und genießt ihre Unabhängigkeit, die sie dadurch wieder erlangt.
Stewart O'Nan hat ein ruhiges Buch geschrieben, das unaufgeregt vom unaufgeregten Leben der 80jährigen Emily erzählt.
EGr

Gérard Georges: Eines Morgens auf dem Land

Gérard Georges: Eines Morgens auf dem Land
 
Zwei stadtmüde Engländer haben tief im Herzen der Auvergne einen Weiler gekauft und wollen daraus ein Bed&Breakfast machen. Der alte Nachbar Ferdinand Pélissier ist entsetzt. Er lebt mit acht Charolais-Kühen, Hühner und einem Hund ganz allein auf dem Nachbarhof. Eltern und Bruder sind gestorben, und Yvette, seine einzige große Liebe, hat Ferdinand nie bekommen. Den verbitterten Bauern, holen oft nachts die Erinnerungen ein und lassen ihn nicht schlafen. Deshalb ist es nicht verwunderlich, dass er alles versucht, um diese Engländer mit schlechtem Benehmen und angelegten Gewehr zu vertreiben. Doch Mrs und Mr Kelly sind gar nicht so schrecklich. Und für Peggy, ihre kleine Tochter, öffnet der alte Ferdinand noch einmal sein Herz …
Warmherzig, skurril und voller Humor wird in diesem Roman vom Leben auf dem Land erzählt und davon, dass es für das Glück niemals zu spät ist.

Michael Kumpfmüller: Die Herrlichkeit des Lebens

Michael Kumpfmüller: Die Herrlichkeit des Lebens

Michael Kumpfmüller erzählt in seinem Roman die relativ kurze Beziehung zwischen der 25jährigen Dora Diamant und Franz Kafka bis zu seinem frühen Tod im Juni 1924. Die beiden lernten sich 1923 in Müritz kennen. Franz Kafka war an Tuberkulose erkrankt und meist ziemlich schwach und ohne Appetit. Kumpfmüller ist eine überzeugende Verbindung zwischen einer gründlich recherchierten Lebensgeschichte und einer einfühlsamen Fiktion gelungen.
EGr

Christos Tsiolkas: Nur eine Ohrfeige

Christos Tsiolkas: Nur eine Ohrfeige

Christos Tsiolkas wurde in Australien als Sohn griechischer Einwanderer geboren. In seinem Roman "Nur eine Ohrfeige" geht es um eine Gruppe befreundeter Familien der australischen Mittelschicht.
Auf einer Party wird der erwachsene Harry vom vierjährigen Hugo durch dessen Verhalten so, gereizt, dass ihm die Hand ausrutscht und er dem Kind eine Ohrfeige versetzt. Hugos Mutter Rosie ist entsetzt und erstattet Anzeige.
Die Ereignisse werden in 8 Kapiteln aus 8 sehr verschiedenen Blickwinkeln einiger der beteiligten Personen geschildert. Die Meinungen gehen auseinander. So entsteht ein äußerst spannender, kontoverser und vielschichtiger Schmöker.
EGr

Ketil Bjørnstad: Die Unsterblichen

Ketil Bjørnstad: Die Unsterblichen

Nachdem Ketil Bjørnstad seine lesenwerte Trilogie um den jungen Pianisten Aksel Vinding beendet hat, hat er nun einen neuen Roman geschrieben, der sich mit dem Thema Alter beschäftigt.
Die Großfamilie vom Arzt Thomas Brenner ist eine "eingeschworene Gemeinschaft", bei der alles gewohnheitsmäßig funktioniert. Thomas Brenner und auch seine Frau geraten dabei allerdings an ihre Grenzen. Die beiden Töchter sind zwar schon erwachsen, aber jede ist auf ihre Art sehr unselbständig. Die beiden Elternpaare von Thomas Brenner und seiner Frau Elisabeth benötigen viel Unterstützung und Hilfe, die Zeit und Nerven kostet.
Als dann auch noch der 60. Geburtstag von Elisabeth, verbunden mit einem großen Fest und einer Reise nach Chicago ansteht, ist der Zusammenbruch vorprogrammiert.
EGr

Peter Henning: Leichtes Beben

Peter Henning: Leichtes Beben

Ein leichtes Erdbeben erschüttert Deutschland. Peter Henning schildert in 31 Momentaufnahmen, wie dieses Beben in das Leben seiner Charaktere eingreift: ein Schriftsteller, der sich in ein Hotel zurückzieht, um seiner Schreibblockade zu entfliehen; ein Paar, das sich trennen will und im steckengebliebenen Aufzug wieder zueinander findet; ein Mann, der im ICE sitzt, als ein fliehendes Pferd die Gleise kreuzt und viele mehr. Meisterhaft schafft Henning es, aus diesen vielen kleinen Szenen ein großes Ganzes zu weben und dabei die kleinen Erschütterungen einfühlsam aufzuzeigen.
BGr

Erri de Luca: Das Gewicht des Schmetterlings

Erri de Luca: Das Gewicht des Schmetterlings

Erri de Luca hat eine kurze Erzählung über einen alten Jäger und Wilderer und über einen alten Gamsbock - den König des Rudels - geschrieben. Beide waren trotz und wegen ihrer Einsamkeit mächtige Persönlichkeiten; beide stehen jetzt am Ende ihrer Tage. An einem kalten Novembertag begegnen sie sich im karstigen Hochgebirge zum letzten Mal. Obwohl der Mensch die Tiere tötet, empfindet er Bewunderung und Ehrfurcht vor ihnen.
In dem wunderbaren kleinen Büchlein ist noch eine zweite poetische Erzählung über eine Zirbe "Der Besuch des Baumes" enthalten. Auch ist ein interessantes Nachwort des Übersetzers Helmut Moyisch und die lesenswerte Laudatio zum Petrarca-Preis von Peter Kammerer angefügt.
EGr

Kristin Steinsdottir: Im Schatten des Vogels

Kristin Steinsdottir: Im Schatten des Vogels

Kristin Steinsdottir ist eine sehr bekannte Kinderbuchautorin Islands. In ihrem dritten Roman für Erwachsene "Im Schatten des Vogels" erzählt sie die Geschichte von Pálina Jónsdóttir. Das Mädchen wächst am Ende des 19. Jahrhunderts in einer abgelegenen Gegend Islands auf. In der Großfamilie findet sie einerseits Halt, hat aber andererseits auch mit vielen Schwierigkeiten zu kämpfen. Sie darf in Reykjavik die Mädchenschule besuchen; den Mann, den sie liebt, darf sie jedoch nicht heiraten. 
So heiratet sie Vigfús, bekommt kurz hintereinander viele Kinder und leidet unter Ängsten und Depressionen. Schon als Kind hatte sie mit seelischen Problemen zu kämpfen. Im Lauf ihres Lebens verstärken sich diese so extrem, dass nicht nur sie selbst, sondern ihre ganze Familie sehr darunter leidet.
EGr

Marie-Sabine Roger: Der Poet der kleinen Dinge

Marie-Sabine Roger: Der Poet der kleinen Dinge

Vier Menschen stehen im Mittelpunkt des neuen Buchs von M.-S. Roger: Olivier, dem alles egal ist außer seinen Bierdosen; Cédric, der endlos im Liebeskummer badet; Alex, eine Frau, die möglichst niemanden an sich heranlässt und Gérard alias Roswell, dem hässlichen, hochgradig behinderten Bruder von Alex`Vermieter, der letztendlich ihrer aller Leben verändert und sie dazu bringt, einen abenteuerlichen Neu-Anfang ins Leben zu wagen. Ein liebenswerter Roman, der durch menschlich scharfsinnige Zeichnung der Charaktere besticht.
BGr

Franz Hohler: Der Stein

Franz Hohler: Der Stein

Der Schweizer Schriftsteller, Kabarettist und Liedermacher Franz Hohler hat ein breitgefächertes Werk veröffentlicht und wurde schon mit vielen Preisen ausgezeichnet.
Seine Erzählungen behandeln die unterschiedlichsten Themen; sie sind sehr vielschichtig und oft überraschend; sie sind sehr abwechslungsreich und bieten deshalb eine gewinnbringende und intensive Lektüre.
EGr

Jean-Philippe Mégnin: Dieses klare Licht in den Bergen

Jean-Philippe Mégnin: Dieses klare Licht in den Bergen

Jean-Philippe Mégnin lehrt Wissenschaftsgeschichte an der Universität Franche-Comté. "Dieses klare Licht in den Bergen" ist sein erstes Buch. Dieser kleine Roman ist atmospärisch dicht und lässt sich in einem Rutsch zu Ende lesen.
Marion ist in Annecy aufgewachsen. Sie hat das große Glück, sich einen Wunschtraum erfüllen zu können. Mit 24 zieht sie nach Chamonix in ihre geliebten Berge und kauft dort eine kleine Buchhandlung. Diese führt sie mit viel Freude und sie hat ein gutes Gespür für ihre Kunden.
Einer ihrer regelmäßigen Stammkunden ist der Bergführer Pierre. Eines Tages nimmt er sie mit auf eine Bergtour und auch Marion verliebt sich in ihn. Die beiden heiraten nach kurzer Zeit - aber sind sie auch die Richtigen füreinander?
EGr

Noam Shpancer: Der gute Psychologe

Noam Shpancer: Der gute Psychologe

Noam Shpancer ist Psychologieprofessor an der Universität in Ohio. Er arbeitet auch als Therapeut, insbesondere mit Angstpatienten.
"Der gute Psychologe" ist sein erster Roman; ein ruhiger, schön zu lesender Roman, in dem es um drei Dinge geht:
Sein eigenes Leben, in dem er zwar sehr zufrieden ist, aber trotzdem Sehnsucht nach Nina, einer Kollegin und ehemaligen Geliebten hat.
Seine Patientin Tiffany, Tänzerin in einem Nachtclub, die ihre Bühnenangst und überhaupt ihr Leben in den Griff bekommen möchte.
Seine abendliche Vorlesung mit einer kleinen Gruppe von Studenten.
Noam Shpancer gelingt es, seine Erfahrungen als Therapeut in eine unterhaltsame und intelligente Geschichte zu verpacken.
EGr

Paola Capriolo: Der stumme Pianist

Paola Capriolo: Der stumme Pianist

Die junge Krankenschwester Nadine findet am Strand einen jungen Mann. Er wird in die psychiatrische Klinik gebracht, in der sie arbeitet. Der Mann spricht nicht; von seiner Identität ist nichts bekannt. Jedoch ist er ein begnadeter Pianist, der sich täglich an den Flügel im Wintergarten der Klinik setzt und ein Grüppchen Interessierter um sich schart - sowohl Personal als auch andere Patienten. Der Direktor der Klinik entschließt sich, das Photo des "stummen Pianisten" zu veröffentlichen. So bekommt er viele Hinweise von Personen, die meinen, dem Mann schon einmal begegnet zu sein. Auch bei einigen Patienten löst die Musik Blockaden und sie ermöglicht es ihnen, sich mit ihrer schwierigen Vergangenheit und ihren Problemen auseinanderzusetzen.
Aus diesen verschiedenen Perspektiven bildet die Autorin einen vielschichtigen Text.
EGr

Nicolas Barreau: Das Lächeln der Frauen

Nicolas Barreau: Das Lächeln der Frauen

Kann das Zufall sein? Die junge Aurélie ist am Boden zerstört. Einfach sitzengelassen von dem Mann, den sie zu lieben glaubte. Nun irrt sie ziellos, im strömenden Regen, durch Paris.
Da stößt sie in einer kleinen Buchhandlung auf ein ihr unbekanntes Werk „Das Lächeln der Frauen“. Beim Lesen merkt sie, dass der Autor genau sie und ihr Restaurant beschreibt. Woher kennt er sie so gut?
Aurélie macht sich auf die spannende Suche nach dem geheimnisvollen Autor des Buches...
Schu

Christiane Tramitz: Himmelsspitz

Christiane Tramitz: Himmelsspitz

Christiane Tramitz wurde 1959 in München geboren. Sie studierte Sprechwissenschaften und promovierte an der Forschungsstelle für Humanethologie in Andechs. Bisher hat sie Sachbücher, Artikel und Reportagen veröffentlicht, in denen sie sich vorwiegend mit menschlichen Verhaltensweisen beschäftigt. Sie ist Gründerin und Geschäftsführerin von HumanLink.
"Himmelsspitz" ist ihr erster Roman. Auf dem Titel steht zwar, dass es sich um einen "Alpen-Krimi" handelt, jedoch fehlt eine typische Krimihandlung. Die Bezeichnung "Alpen-Krimi" ist vermutlich einem Marketing-Trick des Verlages geschuldet, da sich Alpenkrimis derzeit sehr gut verkaufen.
Mehrere Handlungsstränge werden miteinander verwoben. In den 40er-Jahren wird das Leben des Dorfes Fuchsbichl in den Ötztaler Alpen erzählt. Das Leben der Bergbauern ist zu dieser Zeit sehr hart. Schwere Arbeit, Armut, Gewalt und Lieblosigkeit bewirken eine düstere Atmosphäre. Vor allem die Frauen und Kinder leiden unter der Tyrannei der Männer.
In den 50er Jahren lernt Isabel in Hamburg für sehr kurze Zeit einen rätselhaften Mann kennen und lieben. In den 60er Jahren lebt sie in Hamburg mit ihrer unehelichen Tochter Lea und mit ihrem finanziell gut ausgestatteten, aber sehr herrischen Lebensgefährten. Da es Leas Arzt empfiehlt, verbringen sie einen längeren Urlaub in den Bergen. Lea leidet unter Albträumen.
Was verbindet die Personen aus den verschiedenen Regionen und Zeiten? Der Roman ist spannend geschrieben und ebenso spannend zu lesen.
EGr

Boualem Sansal: Harraga

Boualem Sansal: Harraga

Boualem Sansal hat 2011 den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels bekommen. Er war bis zu seiner Entlassung im Jahr 2003 ein hoher Beamter im algerischen Industrieministerium.
Lamia lebt alleine in Algier und arbeitet als Ärztin. Die Arbeitsbedingungen sind sehr schlecht. Ihre Eltern und der ältere Bruder sind tot. Der jüngere Bruder ist ein Harraga; sie hat keinerlei Kontakt zu ihm. "Harraga" ist die Bezeichnung für Menschen, die sich illegal aus Afrika auf den Weg nach Europa machen.
Eines Tages steht die ihr unbekannte 16jährige Cherifa vor der Tür. Lamias angepasstes Leben gerät von einem Tag auf den anderen vollkommen durcheinander.
EGr

Hanns-Josef Ortheil: Liebesnähe

Hanns-Josef Ortheil: Liebesnähe

"Die Erfindung des Lebens" ist mein liebster Roman von Hanns-Josef Ortheil. Aber auch seine 3 Liebesromane sind sehr schön zu lesen. "Liebesnähe" ist nach den beiden Romanen "Die große Liebe" und "Das Verlangen nach Liebe" nun der 3. Band seiner Liebesromane.
Ein märchenhafter, poetischer und schon fast mythischer Roman über den Beginn einer intensiven Beziehung: Die Künstlerin Jule Danner und der Schriftsteller Johannes Kirchner kennen sich nicht. Doch sie haben eine gemeinsame enge Freundin, die in einem Hotel im Voralpenland südlich von München eine Buchhandlung betreibt. Dort, in diesem Hotel verbringen sie unabhängig voneinander ein paar Urlaubstage. Wie werden sie sich kennenlernen?
EGr

Lisa Moore: Und wieder Februar

Lisa Moore: Und wieder Februar

Lisa Moore ist ein schöner und melancholischer, aber trotzdem positiver Roman gelungen. Sie erzählt eine Familiengeschichte über 3 Generationen. Im Mittelpunkt steht Helen, die ihren Mann Cal schon in jungen Jahren bei einem Unglück auf einer Ölplattform verliert. Sie hat 4 Kinder und versucht sie mit geringen finanziellen Mitteln aber mit viel Liebe aufzuziehen. Sie ist es, die die ganze Familie samt Schwiegereltern und Enkelkindern zusammenhält. Tief in ihr schwingt aber immer die Traurigkeit über den Verlust von Cal und die Sehnsucht nach einer neuen Liebe mit.
EGr

Tatiana de Rosnay: Sarahs Schlüssel

Tatiana de Rosnay: Sarahs Schlüssel

Es gibt Bücher die packen und lassen nicht mehr los. Sarahs Schlüssel ist so ein Buch.
Der Hintergrund der Geschichte ist die wahre Begebenheit im Sommer 1942, als FRANZÖSISCHE Soldaten tausende Franzosen mit jüdischen Wurzeln zusammentreiben. Der Befehl der deutschen Besatzung jüdische Männer zum Arbeitseinsatz zu zwingen wird völlig übertrieben ausgeführt. Ganze Familien werden aufgestört und im Radrennstadion von Paris eingepfercht. Die 10jährige Sarah ist eine von über 10.000 die tagelang dort menschenunwürdig eingesperrt werden. Und das von eigenen Landsleuten!
Als sie mitgenommen wurden dachte Sarah sie kämen bald zurück. Ihren kleinen Bruder hat sie deshalb zuhause in einem geheimen Schrank versteckt und den Schlüssel abgezogen…
Der Weg aus Paris führt nun direkt in die Arbeitslager rund um Paris.
Julia ist Journalistin und schreibt einen Artikel zum 60. Jahrestag der Zusammentreibung. Dabei stößt sie auf Details, die sie ganz persönlich betreffen.
Was ist damals mit Sarah passiert?
Ab 15.12.2011 im Kino.
Schu

Veronika Peters: Das Meer in Gold und Grau

Veronika Peters: Das Meer in Gold und Grau

Die Autorin Veronika Peters lebte 12 Jahre im Kloster, worüber sie auch in ihrem Buch "Was in zwei Koffer passt" geschrieben hat. Jetzt lebt sie mit ihrem Mann und ihrer Tochter als freie Autorin in Berlin.
Katja ist 29 Jahre alt und ziemlich orientierungslos, als sie gleichzeitig Arbeit und Wohnung verliert. Kurzentschlossen reist sie zu ihrer 73jährigen Tante Ruth, die mit einer Freundin ein kleines Strandhotel an der Ostsee betreibt. Die beiden kannten sich bisher nicht und da beide sehr eigenwillige Persönlichkeiten sind, verspricht der Aufenthalt nicht langweilig zu werden.
Katja kann im Hotel arbeiten und wohnen und ist schon bald von der angenehmen Atmosphäre in dem altmodischen Hotel gefangen.
Der Autorin ist mit diesem Buch ein schöner Schmöker gelungen.
EGr

Per Petterson: Ist schon in Ordnung

Per Petterson: Ist schon in Ordnung

Der schwedische Schriftsteller Per Petterson erzählt die Kindheit und Jugend von Audun. Audun durchlebt eine schwierige Zeit; er lebt bei seiner Mutter; sein Bruder ist tot, seine Schwester bereits ausgezogen. Das Gymnasium schmeisst er kurz vor dem Abitur; er beginnt in einer Druckerei zu arbeiten, auch hier kann er sich nur schwer integrieren.
"Du weißt ja, Audun. Du bist achtzehn. Das ist eine schwierige Zeit. Da passiert so viel auf einmal, und hinterher sagen manche, es war die beste Zeit, die sie je hatten, und andere sagen, es war die schlimmste, und beides stimmt...."
EGr

Maja Haderlap: Engel des Vergessens

Maja Haderlap: Engel des Vergessens

Maja Haderlap wurde 1961 in Eisenkappel/Zelezna Kapla in Kärnten geboren. Sie studierte Theaterwissenschaft und Germanistik an der Universität Wien. Von 1992 bis 2007 war sie Chefdramaturgin am Stadttheater Klagenfurt und unterrichtet regelmäßig am Institut für Angewandte Kulturwissenschaft der Alpen-Adria-Universität in Klagenfurt. Sie veröffentlichte Gedichtbände auf Slowenisch und Deutsch sowie Übersetzungen aus dem Slowenischen. "Engel des Vergessens" ist ihr erster Roman. 2011 gewann sie den Ingeborg-Bachmann-Preis.
Die Ich-Erzählerin berichtet von ihrer Familie, die der slowenischen Minderheit angehört und in Kärnten lebt. Insbesondere erzählt sie von ihrer Großmutter, die das KZ Ravensbrück überlebt hat und von ihrem Vater, der gefoltert wurde und sich mit den Leiden des Krieges am wenigsten versöhnen kann. Die Ich-Erzählerin versucht als Kind und später als junge Frau die Erwachsenen zu verstehen und das Erlebte zu verarbeiten.
EGr

Astrid Rosenfeld: Adams Erbe

Astrid Rosenfeld: Adams Erbe

Adam verliebt sich in Anna. Aber es ist 1938, er ist Jude und lebt in Deutschland. Edward wächst in den 60er Jahren auf und sieht seinem Großonkel Adam zum Verwechseln ähnlich. Nach dem Tod der Großmutter findet er auf dem Dachboden ein handgeschriebenes Dokument, in dem Adam seine Geschichte erzählt. Mit Ironie und Witz in locker-leichtem Ton erzählt Astrid Rosenfeld von eigensinnigen Persönlichkeiten in einer schweren Zeit und wie sich Familienbande über Generationen miteinander verweben. Das beeindruckende Debüt steht auf der Nominierungsliste für den Deutschen Buchpreis.
BGr

Judith W. Taschler: Sommer wie Winter

Judith W. Taschler: Sommer wie Winter

Der Debütroman der Tiroler Autorin Judith Taschler ist ergreifend und spannend zugleich.
Geschickt baut sie die Handlung anhand von Gesprächen auf, die einzelne Familienmitglieder nach einem dramatischen Ereignis mit Therapeuten führen. Auf  diese Weise werden Geschehnisse der Vergangenheit aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchtet. Der Hintergrund der Therapiegespräche bleibt zunächst im Dunkeln, aber man ahnt als Leser, dass etwas Schreckliches passiert ist. Alexander Sommer wächst als Pflegekind in einer Tiroler Bauernfamilie auf. Eine gefühlsarme Erziehung und viel Arbeit auf dem Anwesen der Pflegeeltern prägten seine Kindheit. Volljährig macht er sich auf die Suche nach seiner leiblichen Mutter und entdeckt dabei Dinge, die für ihn und seine Pflegefamilie alles verändern.
Fl

Jennifer Donnelly: Das Blut der Lilie

Jennifer Donnelly: Das Blut der Lilie

Zum Dahinschmökern: Andi ist verzweifelt, seit ihr Bruder bei einem Unfall ums Leben gekommen ist. Trost findet sie nur beim Gitarrespielen. Auf einer Parisreise findet sie in einem alten Gitarrenkoffer das Tagebuch einer jungen Frau, die während der französischen Revolution den Kronprinzen Louis Charles betreut hat. Zunehmend wird sie von deren Lebensgeschichte gefangen genommen; nicht zuletzt aus der wachsenden Ahnung heraus, dass ihre beiden Schicksale untrennbar miteinander verbunden sind.
JKu

Doris Dörrie: Alles inklusive

Doris Dörrie: Alles inklusive

Da es in diesem Jahr wohl keinen richtigen Sommer in Deutschland gibt, ist der neue Roman von Doris Dörrie eine Empfehlung. Die Handlung ist größtenteils im sonnigen Spanien angesiedelt. Die Protagonisten sind auf der Suche nach Wärme, Liebe und Glück. Alles beginnt zur Zeit der Hippies im Fischerdorf Torremolinos. Ingrid verbringt dort mit ihrer Tochter die Sommermonate am Strand. Eine leidenschaftliche Affäre mit dem verheirateten Karl hat dramatische Folgen. Nach 30 Jahren treffen einige der betroffenen Personen am Schauplatz des damaligen Geschehens nochmals zusammen, allerdings hat sich nicht nur die idyllische Landschaft entscheidend verändert.
Fl

Alice Munro: Zu viel Glück

Alice Munro: Zu viel Glück

Auch wenn Sie Erzählungen nicht so gerne mögen: die Erzählungen von Alice Munro sollten Sie trotzdem lesen!
Alice Munro wurde am 10. Juli 1931 in Ontario geboren. Die kanadische Autorin ist eine der bekanntesten und bedeutendsten Schriftstellerin ihres Landes und wurde mit vielen Preisen ausgezeichnet.
Souverän erzählt sie in ihren Geschichten von schwierigen familiären oder wirtschaftlichen Verhältnisse der - meist weiblichen - Protagonisten. Durch widrige Umstände stehen sie oft vor den Scherben ihres Lebens und müssen sich mit der Situation arrangieren.
EGr

Michael Degen: Familienbande

Michael Degen: Familienbande

Michael Degen ist den meisten Menschen mehr als Schauspieler bekannt; er hat aber bereits mehrere beachtenswerte Bücher geschrieben. In seinem neuen Roman beschäftigt er sich mit dem Leben von Michael Mann, dem jüngsten Sohn von Katia und Thomas Mann. Es gelingt dem Autor sehr gut, die schwierigen und unterkühlten Verhältnisse in der Famile Mann darzustellen. Michael Mann fühlte sich von seinem Vater zeitlebens nicht geliebt. Er war ein schwieriges und jähzorniges Kind; auch in seiner Jugend und seinem Erwachsenenleben konnte er sich von diesen Problemen nicht befreien.
EGr

Yusuf Yesilöz: Hochzeitsflug

Yusuf Yesilöz: Hochzeitsflug

Der kurdische Autor Yusuf Yesilöz lebt mit seiner Familie in der Schweiz. Er ist Autor und Filmemacher und hat bereits mehrere Roman veröffentlicht.
Der junge Beyto lebt mit seinen Eltern in der Schweiz. Die Eltern betreiben ein "Kebab House" und sehnen sich aber ständig nach einem Leben in der türkischen Heimat. Höchstens einmal im Jahr werden dort die Verwandten besucht.
Nichtsahnend fliegt Beyto auch diesmal wieder mit nach Hause und muss seinen heimlichen Geliebten Manuel für 3 Wochen zurücklassen. Seine Eltern haben ihm nicht verraten, dass er in diesem Sommer mit seiner Cousine Sahar verheiratet wird. Beyto schafft es nicht, sich gegen die Konventionen und gegen seine Eltern und seine Verwandschaft durchzusetzten. So fügt er sich der unvermeidbaren Tatsache - doch wie geht er damit um und wie wird seine Zukunft aussehen? Er hat nun niemandem mehr, dem er sich öffnen und vertrauen kann.
EGr

Francesca Kay: Die Farbe zwischen Himmel und Meer

Francesca Kay: Die Farbe zwischen Himmel und Meer

Dieser Roman ist der erste Roman von Francesca Kay.
Ben, der Sohn der Malerin Jennet Mallow, erzählt die fiktive Biographie seiner Mutter. Jennet Mallow wurde am 11.11.1924 als Tochter eines schottischen Dorfpfarrers und einer Jamaikanerin geboren; sie wurde eine sehr erfolgreiche Malerin. Das Buch beginnt mit ihrer Beerdigung und endet mit ihrem Tod. Ihr Leben war strapaziös und sehr intensiv. Höhen und Tiefen durchlebte sie mit bewundernswerter Kraft. Das Leben in Künstlerkreisen ist ihr dabei sowohl Stütze und Motivation, als auch eine große Belastung und Tragik.
EGr

Nicole Balschun: Ada liebt

Nicole Balschun: Ada liebt

Ein anrührender, mit Leichtigkeit geschriebener Roman, den man am liebsten in einem Rutsch durchlesen möchte. Die Literaturwissenschaftlerin Ada liebt Bo, den "wunderschönen Bauerntölpel", wie sie ihn liebevoll nennen darf. Er ist Landwirt und bessert sein Einkommen als Sargträger auf. Doch schon am Anfang des kleinen Romans erfährt der Leser, dass die Liebesgeschichte zum Scheitern verurteilt ist. Die unterschiedlichen Welten und Lebenskonzepte sind trotz der großen Liebe nicht unter einen Hut zu bringen. Das tut aber dem Lesegenuß keinen Abbruch.
EGr

Mirjam Kristensen: Ein reiches Leben

Mirjam Kristensen: Ein reiches Leben

Mirjam Kristensen wurde 1978 geboren und lebt in Kristiansand. "Ein reiches Leben" ist ein rätselhafter und spannender Roman, der eine ganz eigene Stimmung ausstrahlt. In 17 relativ kurzen Kapiteln wird die Geschichte von Dahlia, einer Russin, die in Kopenhagen an der Universität unterrichtet und forscht, erzählt. Sie wohnt sehr zurückgezogen in einem Haus, in dem eine Etage über ihr das ältere Vermieterehepaar lebt. Eines Tages wird sie von Isak besucht, zu dem sie bisher kaum Kontakt hatte. Sie wird in ein Geheimnis um einen Verkehrsunfall hineingezogen. Wer ist schuld an dem Unfall? Erst im 18. und letzten Kapitel löst sich die Geschichte auf.
EGr

Modick, Klaus: Sunset

Klaus Modick: Sunset

Der Schriftsteller Klaus Modick hatte über Lion Feuchtwanger promoviert. Nun hat er einen Roman geschrieben, der aus der Sicht Lion Feuchtwangers seine Zeit im Exil in Amerika und seine Freundschaft zu Brecht beleuchtet. Feuchtwanger hat Brecht in väterlicher Weise unterstützt und gefördert. Er sinniert aber nicht nur über diese Freundschaft nach, sondern auch über sein eigenes Leben im Exil, sein schwieriges Verhältnis zu seinem Vater, seine Schuldgefühle seiner Frau und seiner früh verstorbenen Tochter gegenüber. Klaus Modick ist es aus dieser Perspektive gelungen, dem Leser eine sehr persönliche Bilanz des Lebens Lion Feuchtwangers zu vermitteln.
EGr

Elia Barceló: Töchter des Schweigens

Elia Barceló: Töchter des Schweigens

Mal wieder ein richtig schöner Schmöker gefällig? - Dann lesen Sie den Roman "Töchter des Schweigens". Eine spannend konstruierte Geschichte um 7 Freundinnen einer Abschlußklasse. Die Kapitel wechseln zwischen dem Jahr 1974, als die Abschlußfahrt nach Mallorca stattfindet und dem Jahr 2007, als eine der ehemaligen Schülerinnen wieder in ihren Heimatort zurückkehrt.
Die 7 Frauen teilen ein Geheimnis: es ist damals etwas Schreckliches passiert, was an keiner von ihnen spurlos vorbeigegangen ist. Nun, im Jahr 2007 stirbt eine der Freundinnen und nun schaltet sich auch die Polizei ein. Die lange vertuschten Ereignisse kommen wieder ans Tageslicht.
EGr

Nataša Dragnic: Jeden Tag, jede Stunde

Nataša Dragnic: Jeden Tag, jede Stunde

Eine ideale Sommer-Sonne-Strand-Lektüre! Ein Liebesroman, der in Makarska, an der kroatischen Küste beginnt und dann zwischen dort und Paris hin- und herpendelt. Dora und Luka kennen sich schon seit Kindertagen und fühlen sich ihr ganzes Leben lang zueinander hingezogen. Gelingt es ihnen, ihre Träume zu verwirklichen?
EGr

Véronique Olmi: Die erste Liebe

Véronique Olmi: Die erste Liebe

Emilie bereitet gerade das Abendessen für ihren 25. Hochzeitstag vor, als sie eine Suchanzeige auf einem Stück Zeitungspapier entdeckt. Sie weiß, dass diese Anzeige ihr gilt und mit ihrem Jugendfreund Dario zu tun hat.  Hals über Kopf macht sie sich auf den Weg nach Genua. Auf der Fahrt erinnert sie sich an ihre Wünsche und Träume, die im Alltag untergegangen sind. Erinnerungen an ihre Schwester, an ihre Familie und an Dario machen sich breit. Doch in Genua wird sie von ganz anderen Dingen und Themen überrascht als sie erwartet hat.
EGr

Sara Gruen: Das Affenhaus

Sara Gruen: Das Affenhaus

Die Wissenschaftlerin Isabel Duncan erforscht die Sprachbegabung und Kommunikationsfähigkeit von Menschenaffen, als auf ihr Institut ein Bombenattentat verübt wird, bei dem sie schwer verletzt überlebt. Den Affen gelingt es zu flüchten, kurze Zeit später tauchen sie in einem Reality-TV auf. Zusammen mit dem Journalisten John Thigpen versucht Isabel, die Hintergründe zu erforschen und die Affen in eine neue Heimat zu retten. Dieser Roman ist nicht nur spannend und unterhaltsam, er spiegelt viel Zeitgeist und bezieht Stellung zum Thema Ethik.
BGr

Jakob Arjouni: Cherryman jagt Mr. White

Jakob Arjouni: Cherryman jagt Mr. White

Rick ist 18 Jahre,  wohnt in Ostdeutschland und sucht vergeblich eine Lehrstellen. Seit geraumer Zeit wird er von einer Gruppe Neonazis nach Mafia-Art bedroht. Gekonnt und erschreckend nachvollziehbar beschreibt Arjouni, wie sich Rick angesichts der lauernden Gewalt immer weiter im Mitläufertum verstrickt, bis er auf schreckliche Weise aussteigt. Ein Roman, der Fragen stellt: Wie weit darf man sein Gewissen fürs eigene Glück ignorieren, wohin bringt einen Menschen die Angst und wieviel Gewalt ist bei Notwehr erlaubt?
BGr

Francesca Melandri: Eva schläft

Francesca Melandri: Eva schläft

Francesca Melandri wurde in Rom geboren. Sie schrieb bereits zahlreiche Drehbücher, aber "Eva schläft" ist ihr erster Roman und ein richtig schöner Schmöker.
Sie erzählt eine Liebesgeschichte, die vor dem Hintergrund der wechselhaften Geschichte Südtirols zum Scheitern verurteilt ist. Der Roman wird aus der Sicht von Gerdas unehelicher Tochter Eva erzählt. Gerda arbeitet unter schwierigsten Umständen in einer Hotelküche und wird von dem reichen Hotelerben Hannes schwanger. Da sie von Hannes nicht unterstützt wird, muss sie sich weiter alleine durchschlagen und eine Möglichkeit finden, weiter in der Küche zu arbeiten und einen Platz für ihre Tochter zu finden. Erst als sie Vito Anania kennenlernt, scheint das Leben für sie besser zu werden.
EGr

Irène Némirovsky: Die Familie Hardelot

Irène Némirovsky: Die Familie Hardelot

Irène Némirovsky wurde 1903 als Tochter eines jüdischen Bankiers in Kiew geboren und wurde hauptsächlich von einer französischen Gouvernante aufgezogen. 1917, während der Russischen Revolution, floh die ganze Familie nach Paris. Irène studierte an der Sorbonne Literaturwissenschaften und wurde eine bekannte Schriftstellerin. 1942 starb sie in Auschwitz.
Posthum wurde sie vor allem auch durch das Buch "Suite francais" bekannt. "Die Familie Hardelot" erschien im Jahr 1947.
Die Fabrikantenfamilie Hardelot legt sehr viel Wert auf bürgerliche Tradition, Sicherheit und gesellschaftliches Ansehen. In ihrem Denken und in ihrem Verhalten ist es nicht vorgesehen, dass der Sohn Pierre seine große Liebe Agnès heiratet. Pierre und Agnès widersetzen sich den starren Regeln ihrer Familie und versuchen, ihre Liebe über die beiden Weltkriege zu retten. Der Familienzwist stellt sich als eine Lappalie gegenüber der heraufziehende Katastrophe heraus, die Frankreich, Europa und schließlich die ganze Welt erfasst.
EGr

Ida Fink: Die Reise

Ida Fink: Die Reise

Ida Fink wurde 1921 geboren. Sie floh während der deutschen Besatzung mit gefälschten Papieren aus dem Ghetto von Zbaraz. und lebte bis zur Befreiung in der Illegalität. 1957 emigrierte sie nach Israel; sie schreibt aber weiterhin in polnischer Sprache.
Die Geschichte, die sie in diesem Buch erzählt, beginnt im Herbst 1942. Zwei jungen polnischen Jüdinnen gelingt die Flucht aus dem Ghetto ins Deutsche Reich. Ihr Ziel ist eines der zahlreichen Zwangsarbeiterlager. Unter falschem Namen arbeiten sie in einer Maschinenfabrik im Ruhrgebiet. Bei ihrer weiteren Odyssee erleben sie Haß und Feindschaft, aber sie lernen auch Hilfsbereitschaft und Freundschaft kennen. Nur durch ihre Vorsicht und ihren ausgeprägten Willen überleben sie die schwere Zeit.
EGr

Flavia Company: Die Insel der letzten Wahrheit

Flavia Company: Die Insel der letzten Wahrheit

Ist es möglich, die Robinsonade neu zu erfinden? Ja ist es. Das zeigt die argentinische Autorin Flavia Company, von der nun erstmalig ein Roman auf Deutsch erschienen ist. Erzählt wird die Geschichte von Matthew Prendel, der tagelang im Atlantik treibt, nachdem seine Segelyacht von Piraten gekapert wurde. Schon halbtot stößt er schließlich auf eine einsame Insel, wo sich bereits ein weiterer Gestrandeter befindet – einer der Piraten. Gemeinsam verbringen sie dort eine sehr lange Zeit und was sich zwischen ihnen ereignet, lässt den Leser in die verborgensten  Bereiche des menschlichen Daseins eintauchen. Das Ende ist ebenso verstörend wie überraschend.
JKu

Selim Özdogan: Heimstraße 52

Selim Özdogan: Heimstraße 52

Selim Özdogan wurde 1971 geboren und lebt in Köln. In seinem neuen Buch schildert er aus Sicht der Mutter Gül das Leben zwischen zwei Welten - zwischen Deutschland und der Türkei. Anfang der 70er Jahre geht Gül mit ihrem Mann nach Deutschland; sie lernt sich zu verständigen, gewöhnt sich mühsam ein, zieht ihre zwei Töchter groß und geht arbeiten. Hin- und hergerissen zwischen beiden Kulturen fühlt sich Gül nirgends mehr heimisch und hat immer eine unergründliche Sehnsucht nach ihrem Vater, ihrer Schwester und dem Leben in ihrem Heimatort. Für welches Leben wird sie sich letztendlich entscheiden?
EGr

Arno Geiger: Der alte König in seinem Exil

Arno Geiger: Der alte König in seinem Exil

Wenn einer nicht mehr denken kann wie früher, was ist das für ein Leben? Arno Geigers Vater hat Alzheimer. Die Krankheit löst langsam seine Erinnerung und seine Orientierung in der Gegenwart auf, lässt sein Leben abhandenkommen. Der österreichische Schriftsteller hat eine anrührende und wunderbar zu lesende Vater-Sohn-Geschichte geschrieben, die zugleich Familiengeschichte, Kindheitserinnerung, und Autobiografie ist.
Arno Geiger war nominiert für den Preis der Leipziger Buchmesse 2011. Für seinen Roman „Es geht uns gut“ erhielt er 2005 den Deutschen Buchpreis.
SDe

Zsuzsa Bánk: Die hellen Tage

Zsuzsa Bánk: Die hellen Tage

Drei Kinder aus dem kleinen Ort Kirchblüt in Süddeutschland sind eng befreundet: Aja, Seri und Karl. Diese Freundschaft trägt sie durch Höhen und Tiefen und erreicht auch ihre Mütter und ihre Familien.
Zsuzsa Bánk versteht es, in ihrem Roman in märchenhafter Manier zu erzählen.
EGr

John Updike : Die Tränen meines Vaters

John Updike: Die Tränen meines Vaters

Zwei Jahre nach Updikes Tod sind seine letzten, meisterhaften Erzählungen auf Deutsch erschienen. Viele der 18 Erzählungen tragen autobiographische Züge, so auch die Titelgeschichte, in welcher sich Updike als alternder Mann an einen Abschied von zu Hause erinnert. Besonders beeindruckend ist in diesem Buch allerdings eine andere Geschichte. Sie spielt am 11.September 2001 und schildert aus drei ganz unterschiedlichen Perspektiven die Geschehnisse an diesem Tag, die nicht nur die Welt veränderten, sondern in dramatischer Weise vor allem die Schicksale der betroffenen und beteiligten Personen.
Fl

Horst Evers: Für Eile fehlt mir die Zeit

Horst Evers: Für Eile fehlt mir die Zeit

Auch in seinem neuen Buch erweist sich der mehrfach ausgezeichnete deutsche Kabarettist als genauer Beobachter, der es versteht, das Absurde im Alltäglichen zu entdecken und so humorvoll in Worte zu fassen, dass man nicht umhinkommt, laut loszulachen. Seine Texte sprühen vor Ironie und erstaunen und belustigen immer wieder mit ganz unerwarteten Ideen - eine witzig-erfrischende Alltagslektüre!
BGr

Tatjana Meissner: Alles außer Sex

Tatjana Meissner: Alles außer Sex

Die Kabarettistin Tati hat alles was sie sich wünscht: Liebe in unbeschreiblichem, Kreativität in erfolgversprechendem und Erfolg in erträglichem Maß – wäre da nicht das Problem mit ihrem Alter, sie hat die Vierzig bereits überschritten. Mit viel Humor und Selbstironie beschreibt die Protagonistin ihre sich daraus ergebenden weiblichen Unzufriedenheiten. Tatjana Meissner hat mit ihrem zweiten Buch eine Lektüre vorgelegt, die nicht nur weibliche Leser um die vierzig sehr unterhalten wird.
JKu

Ketil Bjørnstad: Die Frau im Tal

Ketil Bjørnstad: Die Frau im Tal

Nun ist auch der letzte Teil der Trilogie von Ketil Bjørnstad erschienen. Bjørnstad ist Schriftsteller, Pianist und Komponist. Diese beruflichen Voraussetzungen spiegeln sich in seinem faszinierenden schriftstellerischen Werk wieder.
Der junge Pianist Aksel Vinding versucht nach dem Selbstmord seiner Frau Marianne, ihr in den Tod zu folgen. Doch dieses Vorhaben misslingt. Er wird gerettet und muss nun versuchen im Leben wieder Fuß zu fassen. Die geplante Tournee sagt er ab und zieht sich nach Nordnorwegen zurück. Dort lebt auch seine Schwägerin mit ihrem Mann Eirik. Sie ist Ärztin, ihr Mann arbeitet in einem Internat. Aksel macht eine Konzertreise zu den kleinen Orten an der Eismeerküste. Außerdem versucht er, durch die Arbeit mit den Schülern des Internats wieder etwas Sinn in sein Leben zu bekommen. Eine schwierige Zeit liegt vor ihm.
EGr

Elisabeth Binder: Orfeo

Elisabeth Binder: Orfeo

Nachdem uns die Neuerscheinung "Der Wintergast" von Elisabeth Binder sehr gut gefallen hat, haben wir auch noch ältere Bücher der Schweizer Autroin angeschafft.
In "Orfeo" erzählt sie die Geschichte eines älteren Schweizer Fabrikanten. Er macht sich auf die Reise nach Venedig und hofft, dort seine große Liebe, seine frühere Frau Stella, wiederzufinden.
Dieser kleine Roman ist mit seinen schönen Spaziergängen durch die Stadt Venedig und mit seinen wehmütigen Erinnerungen an die Vergangenheit ein kleiner Lesegenuss.
EGr

Delphine de Vigan: Ich hatte vergessen, dass ich verwundbar bin

Delphine de Vigan: Ich hatte vergessen, dass ich verwundbar bin

Delphine de Vigan hatte bereits mit dem Roman "No & ich" sehr viel Erfolg. Auch ihr neuer Roman beleuchtet wieder ein aktuelles Problem unserer Zeit und ist wieder sehr spannend zu lesen.
Mathilde hat ihren Mann bei einem Unfall verloren und ist nun alleinerziehende Mutter von drei Söhnen. Sie hat ihr Leben so lange gut im Griff, wie sie sich in ihrer Arbeit als Marketingleiterin einer großen Firma gut mit ihrem Chef arrangiert hat. Doch eines Tages widerspricht sie ihm bei einem Meeting. Ab diesem Zeitpunkt schikaniert er sie tagtäglich und straft sie mit Nichtbeachtung. Ein klassischer Fall von Mobbing.
Parallel dazu wird die Geschichte des Arztes Thibault erzählt, der für einen mobilen medizinischen Dienst tätig ist. Er lebt ein einsames Leben in Paris und opfert sich für seine Patienten auf.
Begegnen sich die Beiden?
EGr

Susann Pásztor: Ein fabelhafter Lügner

Susann Pásztor: Ein fabelhafter Lügner

Der 100. Geburtstag des vor 30 Jahren verstorbenen Vaters und Großvaters  ist Anlass für ein Treffen einer weitverzweigten Familie in Weimar. Dort war Opa Joschi angeblich als jüdischer Häftling im KZ Buchenwald. Allerdings hatte Joschi fünf Kinder von fünf Frauen und jedem dieser Kinder hat er eine andere Version seines Lebens erzählt und jedes Kind hat völlig andere Erinnerungen an den Vater. Was an Opa Joschis Biografie ist wahr, was Legende? Das versucht die Patchworkfamilie an diesem turbulenten Wochenende herauszufinden und kommt sich dabei endlich näher. Eine klug konstruierte, unterhaltsame Geschichte !
Fl

Sofi Oksanen: Fegefeuer

Sofi Oksanen: Fegefeuer

Monatelang war die estnisch-finnische Autorin und Dramaturgin Sofi Oksanen mit ihrem Roman Fegefeuer auf Platz Eins der finnischen Bestsellerlisten und erhielt bereits mehrere Literaturpreise. Dieser Roman ist auf Grundlage des überaus erfolgreichen Theaterstücks Puhdistus, das 2007 in Helsinki uraufgeführt wurde, entstanden.
Die tragische Geschichte der sehr jungen Zuhälterin Zara und der alten Bäuerin Aliide Truu bettet Oksanen in die Geschichte Estlands im 20. Jahrhundert ein. Die beiden Frauen verbindet ein lange zurückliegendes Familiendrama.
In Vor- und Rückblenden, mit Tagebuchaufzeichnungen, Briefen und KGB-Akten wird von Menschenhandel, grausamer Folter, unglücklicher Liebe und Gewalt berichtet; die Grenzen zwischen Opfer und Täter sind dabei fließend.
EGr

Jean-Philippe Toussaint: Die Wahrheit über Marie

Jean-Philippe Toussaint: Die Wahrheit über Marie

Jean-Philippe Toussaint hat nach "Sich lieben" und "Fliehen" den 3. Teil seiner Geschichte über die unmögliche Liebe zwischen Marie und dem namenlosen Ich-Erzähler veröffentlicht. Wie bereits in den beiden anderen Teilen können sich die Beiden weder vollkommen aufeinander einlassen - genausowenig können sie sich aber auch endgültig voneinander trennen.
Diesmal geht es nun auch um einen anderen Mann - um die Beziehung zwischen Marie und einem reichen französischen Rennpferdebesitzer. Die Handlung spielt zwischen Tokio und Paris. Der Liebhaber stirbt allerdings ziemlich plötzlich an einem Herzinfarkt, so dass bei Marie wieder die Abhängigkeit vom Ich-Erzähler zum Tragen kommt.
Wie schon die beiden anderen Bände ist auch dieses wieder ein sehr intensives Buch; mit seinem faszinierenden und fesselnden Stil gelingt dem Autor mit seiner Trilogie ein Meisterwerk.
EGr

Elisabeth Binder: Der Wintergast

Elisabeth Binder: Der Wintergast

Die Schweizer Schriftstellerin Elisabeth Binder erzählt in ihrem feinsinnigen Roman vom viermonatigen Aufenthalt des Künstlers Andreas in einem kleinen Dorf zwischen Maloja und Chiavenna. Er hat ein Stipendium für diesen Aufenthalt in einem Palazzo erhalten. Erst fühlt er sich nicht sonderlich wohl und hat Angst vor den langen Wintermonaten. Doch nach und nach fügt er sich in die Dorfgemeinschaft ein und findet auch wieder seine künstlerische Berufung, die ihm vorher abhanden gekommen war.
Elisabeth Binder erzählt vom täglichen Lenen im Dorf und von einigen ausgewählten Dorfbewohnern, die für Andreas wichtig geworden sind: die Pfarrerin Maddalena, der ein kranker Adler zugeflogen ist; die Hobby-Ornithologin Susanna, die kleine mutterlose Andrea, der Arzt, die Ladenbesitzerin und noch einige mehr. So lässt sie den Leser an deren Leben teilhaben und zaubert ein einnehmendes Bild vom Dorfleben.
EGr

Zora del Buono: Big Sue

Zora del Buono: Big Sue

Der Schweizer Carl Fenner ist auf der Flucht vor einem Skandal um seinen Schriftstellervater, der in seiner Heimat die Öffentlichkeit in Atem hält. Darum nimmt er den Auftrag an, über eine alte Villa in den Südstaaten der USA zu forschen. Dort lernt er eine deutsche Journalistin kennen. Sie ist es, die mehr und  mehr auf den wahren Grund kommt, der sich hinter Fenners Rechercheauftrag verbirgt. Aus ihrer Sicht erwacht die schwül-träge Atmosphäre  des amerikanischen Südens zum Leben während die Spannung mit der Aufdeckung einer schockierenden Wahrheit bis hin zu einem überraschenden Ende immer größer wird.
JKu

Michael Köhlmeier: Madalyn

Michael Köhlmeier: Madalyn

Aus der Sicht des Schriftstellers und väterlichen Freundes Sebastian Lukasser wird die Geschichte der jungen Madalyn erzählt. Sie wohnt zusammen mit ihren Eltern in Wien im selben Haus. Da ihre Eltern nicht viel Verständnis und nicht viel Zeit für ihre Tochter aufbringen, fühlt sich Sebastian Lukasser in gewisser Weise für das junge Mädchen verantwortlich. So versucht er, sie in ihrer Liebe zu dem problematischen Freund Moritz zu unterstützen und ihr zu helfen die Wahrheit zu erkennen.
EGr

Philip Roth: Die Demütigung

Philip Roth: Die Demütigung

Hier erleben wir den preisgekrönten amerikanischen Schriftsteller wieder in seiner erzählerischen Meisterschaft. Mit klarer, schnörkelloser Sprache schreibt er über den alternden Schauspieler Axler, der sich plötzlich seines Talentes beraubt sieht. Seine Angst, das Publikum könne über ihn lachen, weil er auf der Bühne einfach nur er selbst ist und der komplette Verlust seines Selbstvertrauens, hindern ihn daran, zum Theater zurückzukehren. Sein Leben gerät daraufhin vollkommen aus dem Gleichgewicht. Nur kurz erliegt er der Illusion, die Affäre mit einer sehr viel jüngeren Frau, könne ihn retten. Letztlich ist sie es, die ihn dazu bringt, das Vorgestellte zu etwas Wirklichem werden zu lassen - fast wie auf der Bühne…
JKu

Lukas Hartmann: Finsteres Glück

Lukas Hartmann: Finsteres Glück

Der 8jährige Yves überlebt als einziger seiner Familie einen schweren Verkehrsunfall und liegt mit einem Schock im Krankenhaus. Eliane, Psychologin, soll den Jungen begleiten. Ob es ihr gelingt, den Jungen durch seine Trauer in sein Leben zurückzuholen, wie bei dieser Aufgabe langsam die Grenzen zwischen Beruf und Privatsphäre verschwimmen, wie sich die Hintergründe des Unfalls langsam enthüllen und sich auch Elianes Leben von Grund auf ändert, wird hier sensibel, mit Tiefgang und sehr einfühlsam erzählt von Lukas Hartmann.
BGr

Romain Rolland: Pierre und Luce

Romain Rolland: Pierre und Luce

Romain Rolland erhielt 1915 den Nobelpreis für Literatur. Der Aufbau-Verlag hat jetzt seinen kleinen Roman "Pierre und Luce" in neuer Übersetzung wieder verlegt; laut Umschlag ist es "Die zarteste Liebesgeschichte der Weltliteratur". Paris, 1918: zwei junge Leute, Pierre und Luce, verlieben sich ineinander und versuchen die Angst und die schwierigen Lebensumstände, die der Krieg mit sich bringt, zu verdrängen.
EGr

Thomas Hettche: Die Liebe der Väter

Thomas Hettche: Die Liebe der Väter

Die dreizehnjährige Annika fährt mit ihrem Vater Peter über den Jahreswechsel gemeinsam mit Freunden des Vaters nach Sylt. Annika lebt normalerweise bei ihrer Mutter, die auch das Sorgerecht hat. Vater und Tochter haben sich durch die Umstände immer mehr entfremdet. Peter hadert mit dieser Situation; bei einem Restaurantbesuch kann er plötzlich seine Wut nicht mehr im Zaum halten; seine Nerven liegen blank und er verpasst wegen einer Lapalie seiner Tochter eine Ohrfeige. Dieses indiskutable Verhalten wirkt sich auf die ganze Gruppe aus und Peter wird ausgeschlossen. Die nächsten Tage werden zeigen, ob Peter bei den Freunden und bei seiner Tochter doch noch Verständnis finden kann.
EGr

Michela Murgia: Accabadora

Michela Murgia: Accabadora

Michela Murgia wurde 1972 in Cabras auf Sardinien geboren. Sie studierte Theologie und unterrrichtete Religion. Accabadora ist ihr erster Roman.
Maria ist in einem kleinen sardischen Dorf als vierte Tochter einer sehr armen Witwe auf die Welt gekommen. In Sardinien gibt es den Brauch einer formlosen Adoption - "fill'e anima" - "Kind der Seele".  Deshalb wird sie von der kinderlosen alten Schneiderin Bonaria Urrai aufgezogen. Die beiden kommen gut miteinander zurecht, bis Maria erkennt, dass ihre zweite Mutter auch als Accabadora tätig ist, was sie nicht akzeptieren kann. "Ihr Handeln entspringt einem mütterlichen Impuls. So wie sie als Hebamme bei der Geburt die Nabelschnur durchtrennt, so schneidet sie den letzten Faden des Lebens ab und begleitet den, der nicht sterben kann."
Die Autorin versteht es meisterhaft, die Stimmungen und alten Traditionen dem Leser auf sehr spannende und eindrückliche Weise nachvollziehbar zu machen.
EGr

Lukas Hartmann: Bis ans Ende der Meere

Lukas Hartmann: Bis ans Ende der Meere

England, 1776: Der junge Maler John Webber geht an Bord der Resolution, um die dritte Weltumsegelung James Cooks zu begleiten - sie wird vier Jahre dauern, sein Leben völlig verändern und eine unstillbare Sehnsucht in ihm hinterlassen...
Lukas Hartmann gelingt es, den Leser sehr authentisch und lebendig in diese Zeit eintauchen zu lassen: man spürt die Abenteuerlust und Entdeckungsfreude, die Faszination der Fremde. Man erlebt das harte Leben an Bord des Segelschiffs, ist den Launen des Meeres und des Windes ausgesetzt, den Freuden, Leiden und Grausamkeiten der Mannschaft und des Kapitäns. Sind die Engländer aufgrund ihrer Errungenschaften wirklich den "Wilden" überlegen? Wieviel Neues darf in andere Kulturen getragen werden? Auch diese Fragen finden ihren Platz...
Ein Buch, von dem man wünscht, es möge möglichst nicht zu Ende gehen.
BGr

Alain Claude Sulzer: Zur falschen Zeit

Alain Claude Sulzer: Zur falschen Zeit

Alain Claude Sulzer wurde 1953 geboren. Er lebt in Basel und im Elsass als freier Schriftsteller.
Nachdem das Buch am Anfang etwas zäh "dahintröpfelt", wird es dann aber doch ziemlich spannend.
Der 17jährige Erzähler macht sich auf Spurensuche nach seinem Vater, der kurz nach seiner Geburt Selbstmord begangen hat. Von seiner Mutter erfährt er über die Umstände nicht viel; so macht er sich selbst auf die Suche nach seinen Wurzeln. Der Weg führt ihn nach Paris zu einem Freund seines Vaters.
Dieser Freund ist sein eigener Patenonkel, der sich jedoch seit seiner Taufe nicht mehr gemeldet hat. Hier findet er immer noch mehr Fragen, aber auch Antworten darauf.
EGr

Sebastian Glubrecht: Ja mei - Wie ich lernte, die Ehe zu schließen

Sebastian Glubrecht: Ja mei - Wie ich lernte, die Ehe zu schließen

Ein Preuße in Bayern! Im ersten Teil „Na Servus – Wie ich lernte die Bayern zu lieben“ sorgte Sebastian Glubrecht für allgemeine, völkervereinende Erheiterung. Nun geht die Geschichte von „Waschtl“, dem Herzblut-Berliner weiter. Nach anfänglichen Verständigungsschwierigkeiten will Sebastian nun seine Roni heiraten. Leichter gesagt als getan! Dank seines Trauzeugen, dem Junggesellenenabschied, Schrägen Verwandten und dem verliebten Ex-Freund, gestaltet sich der schönste Tag des Lebens etwas kompliziert…
Sebastian Glubrecht geb. 1976 in Hannover, war lange Zeit leidenschaftlicher Wahlberliner. Vor seinem dreißigsten Geburtstag zog er nach München, wo er, allen Prognosen zum Trotz, immer noch wohnt. „Na servus“ ist sein erstes Buch und wird in kürze verfilmt.
TDo

Claudie Gallay : Die Brandungswelle

Claudie Gallay : Die Brandungswelle

Dieser Bestseller aus Frankreich ist eine ideale Urlaubslektüre für LeserInnen die ans Meer fahren, aber auch für Daheimgebliebene, die gern vom Meer träumen.
Sehr poetisch schildert die Autorin Menschen und deren Alltagsleben im rauen Klima eines abgelegenen Fischerdorfes. Dorthin hat sich die Protagonistin nach dem Tod ihres Geliebten zurückgezogen. Durch das Auftauchen eines mysteriösen Fremden gerät ein streng gehütetes Geheimnis der Dorfbewohner in den Mittelpunkt der spannenden Handlung.
Fl

Bernhard Schlink : Sommerlügen

Bernhard Schlink : Sommerlügen

Der Titel des neuen Erzählbandes des bekannten Autors ist etwas irreführend, denn es sind schon eher Lebenslügen, die in den einzelnen Geschichten zu Tage treten. Schlink schildert einfühlsam, wie Menschen in bestimmten Lebenssituationen schmerzhafte Wahrheiten erkennen und sich diesen stellen müssen. Trotz dieser Thematik ist das Buch gut und leicht zu lesen – durchaus empfehlenswerte Urlaubslektüre.
Fl

Carla Guelfenbein: Der Rest ist Schweigen

Carla Guelfenbein: Der Rest ist Schweigen

Die chilenische Schriftstellerin Carla Guelfenbein hat einen sehr spannenden Roman geschrieben, der hinter die Kulissen der vermeintlich heilen Welt der Patchwork-Familie Montes schaut. Lügen, Heimlichkeiten und Halbwahrheiten sind hinter dieser Fassade zu finden.
Verborgene Konflikte und Geheimnisse, die vor allem den kleinen Sohn Tommy belasten, führen letzendlich zu einem großen Drama. Diese Krise, die alles mit sich reisst, hätte vermieden werden können, wenn die Familienmitglieder ihre Probleme und Sorgen miteinander geteilt hätten und nicht Scheinheiligkeit und Unverständnis geherrscht hätten.
Carla Guelfenbein ist ein nachdenklicher, spannender und unsentimentaler Roman gelungen!
EGr

Elizabeth Hay: Nachtradio

Elizabeth Hay: Nachtradio

Der Roman spielt in dern siebziger Jahren in Yellowknife, einem kleinen Ort im Norden Kanadas. Die Handlung dreht sich um die Mitarbeiter eines kleinen Radiosenders, die in diesem Mikrokosmos die Leidenschaft für Ihre Arbeit ausleben. Diverse Intrigen und Sorgen verbinden die Mitarbeiter. Da die Autorin selbst in dieser Gegend gelebt hat und auch als Moderatorin gearbeitet hat, gelingt es ihr, das Leben und die Beziehungen unter den Mitarbeitern sehr authentisch und fesselnd zu beschreiben. Eine mehrwöchige gemeinsame Kanufahrt führt 4 der Mitarbeiter auf engstem Raum zusammen und lässt sie ihre Grenzen erkennen.
Ein intensiver, spannender und ruhiger Roman. Sehr zu empfehlen!
EGr

Paolo Giordano: Die Einsamkeit der Primzahlen

Paolo Giordano: Die Einsamkeit der Primzahlen

Paolo Giordano, geboren 1982 in Turin, hat in dieser Stadt Physik studiert und gelehrt. "Die Einsamkeit der Primzahlen" ist sein erster Roman. Er war mit 26 Jahren der jüngste Gewinner des "Premio Strega", Italiens renommiertestem Literaturpreis.
Die zwei Hauptpersonen Alice und Mattia haben beide eine schwierige Kindheit hinter sich, sind beide Aussenseiter mit schweren Problemen. Sie lernen sich als Jugendliche kennen und teilen ihre beiden Geheimnisse, die sonst fast niemand kennt. Beide für sich alleine drohen daran zu zerbrechen; gemeinsam könnten sie es schaffen, darüber hinwegzukommen.
Die Frage ist nur: sind sie wirklich füreinander geschaffen?
EGr

Sam Savage: Firmin

Sam Savage: Firmin – Ein Rattenleben

Firmin – klein, haarig und ein Aussenseiter. Geboren in einer Buchhandlung, entdeckt Firmin schon früh seine Leidenschaft für Bücher und Menschen.
In diesem in „Ich-Form“ verfassten Roman, erzählt Sam Savage die Lebensgeschichte einer Ratte, die mit ihrem Nager-Dasein hadert und lieber zu der Spezies gehören würde, die systematisch versucht, ihn um die Ecke zu bringen – den Menschen.
Sam Savage promovierte in Philosophie und arbeitete unter anderem als Tischler, Fischer, Drucker und reparierte Fahrräder.
TDo

Rafael Yglesias: Glückliche Ehe

Rafael Yglesias: Glückliche Ehe

Glückliche Ehe ist die auf wahren Tatsachen basierende Geschichte einer fast dreißigjährigen Ehe - vom romantischen Kennenlernen, Heirat, Kinder, Alltag, Seitensprung, Fast-Scheidung bis zum tragischen Ende durch den krankheitsbedingten Tod der Ehefrau. Der Roman besticht durch seine ganz persönliche Offenheit und die vielen feinsinnigen Nuancen im zwischenmenschlichen Miteinander. Kapitelweise wechseln die Szenen von den Anfängen zu den letzten Wochen gemeinsamen Lebens und konfrontieren den Leser mit beständig wechselnden Gefühlen. Ein Tipp: Zeit nehmen und jede Seite genießen - Schmunzeln, Lachen, Nachdenken, Lieben, Trauern und zu Tränen rühren lassen!
BGr

Eric-Emmanuel Schmitt: Vom Sumo, der nicht dick werden konnte

Eric-Emmanuel Schmitt: Vom Sumo, der nicht dick werden konnte

Dies ist der 5. Band aus Schmitts Zyklus über die Weltreligionen.
Als Jun, ein fünfzehnjähriger Straßenjunge, alles verloren hat, folgt er einer Einladung des alten Shomintso zu einem Sumoringen – eine Sportart, die er immer schon albern fand. Er fängt an, sich dafür zu begeistern, wird selbst Schüler und begibt sich damit auf den Weg einer körperlichen wie geistigen Ausbildung und auf den Weg zu sich. In gewohnt spielerisch-philosophischer Weise bringt Eric-Emmanuel Schmitt dem Leser Aspekte des Zen-Buddhismus näher. Shomintso: „Um über dem Kampf zu stehen, musst du dich über dich selbst und den Gegner erheben, indem du aus Intuition richtig reagierst.“ „Wie schafft man das?“ „Durch Meditation. Indem man die Leere in sich selbst findet.“ Empfehlenswert!
BGr

Linda Olsson: Die Nacht trägt deinen Namen

Linda Olsson: Die Nacht trägt Deinen Namen

Der jüdische Musiker und Komponist Adam Lipski lebt mit seiner Tochter Miriam auf der Insel Waiheke in der Nähe von Auckland. Adam wurde in Krakau geboren. Seine Familie wurde im Zweiten Weltkrieg zerstreut, er selbst wuchs in Stockholm auf. Dort hat er seine große Liebe Cecilia kennengelernt. Zu Gunsten seiner Tochter  Miriam verlässt er Cecelia und um Abstand zu gewinnen wandert er nach Neuseeland aus.
Als seine Tochter plötzlich stirbt, zieht es ihm den Boden unter den Füßen weg. Nach einem Jahr Zurückgezogenheit und Trauer, beschließt er, sich auf den Weg zu seinen Wurzeln zu machen. Er reist nach Polen und anschließend nach Schweden um seiner Geschichte auf die Spur zu kommen. Wieder ein sehr spannend geschriebener Roman von Linda Olsson.
EGr

Kristín Marja Baldursdóttir

Kristín Marja Baldursdóttir: Die Farben der Insel

"Die Farben der Insel" ist die Fortsetzung des Romans "Die Eismalerin"; es ist die Lebensgeschichte der isländischen Künstlerin Karitas und ihrer Familie.
Die Malerin Karitas lebt am liebsten sehr zurückgezogen, um sich auf Ihre Malerei zu konzentrieren. Zu ihren Kindern und auch zu ihrem Mann Sigmar hat sie kaum Kontakt.
Anfang der fünfziger Jahre reist Karitas nach Paris, um dort neue Inspirationen für ihre Kunst zu erhalten. Sie - und auch andere Frauenfiguren dieses Romans - versuchen, aus ihren angestammten Rollen auszubrechen um auch als Frau ein selbstbestimmtes Leben verwirklichen zu koennen.
Ein richtig schöner spannender Schmöker!
EGr

Juan José Millás: Meine Straße war die Welt

Juan José Millás: Meine Straße war die Welt

Der spanische Autor Juan José Millás beschreibt in seinem autobiographischem Roman minutiös die Gefühle und Schwierigkeiten seiner Kindheit in Madrid. In faszinierender und detailreicher Sprache erzählt er von seinen Eltern, von seinem Freund, der bald gestorben ist, von Mädchen, die ihn interessieren und von der harten Schulzeit.
Eine ziemlich unglückliche und freudlose Kindheit öffnet sich vor den Augen des Lesers. Oft verzweifelt, aber doch getragen durch eine kindliche Fantasie, kämpft sich Juan José Millás durch Kindheit und Jugend.
EGr

Anna Gavalda "Ein geschenkter Tag"

Anna Gavalda: Ein geschenkter Tag

Eigentlich sind die Geschwister Simon, Garance und Lola auf der Hochzeit eines Cousins eingeladen. Auf der Fahrt beschließen sie, stattdessen lieber ihren Bruder Vincent mit einem Besuch zu überraschen und verbringen einen ganz unbeschwerten Tag unter Geschwistern, eine Insel des Glücks in ihrem Alltag: eintauchen in die alte Vertrautheit, gemeinsam lachen, baden, essen, erzählen, Kraft tanken; so wird dieser geschenkte Tag ein unterhaltsames Stück Sommerglück für den Leser!
BGr

Mark Twain: Sommerwogen - eine Liebe in Briefen

Mark Twain: Sommerwogen - eine Liebe in Briefen

Mark Twain ist vor allem als Autor der Bücher über die Abenteuer von Tom Sawyer und Huckleberry Finn bekannt. Er wurde 1835 geboren und war bereits zweiunddreißig Jahre alt, als er sich verliebte. Am 21. April 2010 jährt sich der 100. Todestag Mark Twains; zu diesem Anlass hat der Aufbau-Verlag erstmals die Briefe Twains an seine einzige große und lebenslängliche Liebe Livy Langdon veröffentlicht. Die Briefe an seine Verlobte, Ehefrau und Mutter seiner Kinder sind humorvolle und anrührende Lebenszeugnisse des Autors, der offen von seinen Erfolgen und Niederlagen, von seinen Hoffnungen und Ängsten schreibt.
EGr

Hansjörg Schertenleib: Das Regenorchester

Hansjörg Schertenleib: Das Regenorchester

Der Schriftsteller lebt, nachdem seine Frau ausgezogen ist, allein und verzweifelt in seinem Haus in Irland. Die Begegnung mit der sechzigjährigen Niamh, die ihn zu ihrem Biografen macht, verändert auch ihn. Sie erzählt von den kleinen Wundern ihres Landes Irland und ihres Lebens und zeigt Dinge auf, die Mut auf eine neue Zukunft weisen.


Daniel Glattauer: Gut gegen Nordwind

Daniel Glattauer: Gut gegen Nordwind

Brieffreundschaft mal anders.
Als Emmi Rothner ein Zeitschriften-Abo kündigen will, landet ihre E-Mail versehentlich in der Mail-Box von Leo Leike. Was als oberflächliches Geplauder beginnt, entwickelt sich schnell zu einer Internet-Romanze. Liebeserklärungen, Eifersucht und „Gespräche“ bis tief in die Nacht inklusive. Aber es gibt ein Problem: Emmi ist glücklich verheiratet…
Daniel Glattauer baut seine Geschichte als „Blind Date“ für den Leser auf. Die beiden Hauptkaraktere lassen erst nach und nach erahnen, wie sie aussehen, fühlen und leben.
TDo

Daniel Glattauer: Alle Sieben Wellen

Daniel Glattauer: Alle Sieben Wellen

Die Geschichte um das Liebespaar aus „Gut gegen Nordwind“ geht in die zweite Runde. Wie bereits im ersten Teil schreiben, gestehen, verletzen und verzeihen, verabschieden und streiten Leo und Emma in alt bewährter E-Mail-Variante.
Die Gefühle sind die gleichen, die Probleme dieselben.
TDo

Michel Georges-Michel: Die von Montparnasse

Michel Georges-Michel: Die von Montparnasse

Ausbrechen aus dem eigenen kleinen Leben…was für ein Vergnügen! Sei es nun als Künstler  aus einem dunklen, kalten Atelier im Jahre 1924 oder als Angestellter von heute - weg vom Schreibtisch und hinein ins Leben der kleinen Theater, Bars und Cafés. Neue Inspiration und die Erkenntnis, dass das Leben mehr zu bieten hat…
Tun Sie es, machen Sie eine Pause vom Alltag und lesen Sie dieses Buch!
Schm

Bayer, Thommie : Fallers große Liebe

Thommie Bayer: Fallers große Liebe

Zwei Männer begegnen sich scheinbar zufällig und begeben sich gemeinsam auf eine Reise durch Deutschland. Der eine ist ein wohlhabender älterer Herr, der andere ein junger Studienabbrecher, der sich als Antiquar seinen Lebensunterhalt verdient. Während der Fahrt unterhalten sie sich über das Leben und die Liebe, auch Bücher und Musik spielen eine Rolle. Die beiden sehr unterschiedlichen  Menschen kommen sich so zunehmend näher. Das Lesen dieser ungewöhnlichen Story ist spannend – bis zum unerwarteten Schluss.
Fl

Geiger, Arno: Alles über Sally

Arno Geiger: Alles über Sally

2005 erhielt der Wiener Autor Arno Geiger den deutschen Buchpreis; nun ist sein neues Buch „ Alles über Sally“ erschienen.
Sally und Alfred sind seit vielen Jahren verheiratet. Ein Einbruch in ihr Haus setzt ungeahnte Veränderungen in Gang. Alfred wird ängstlich, geht Sally aus dem Weg. Die aber, eine smarte, lebenshungrige Frau, beginnt eine Liebesaffäre. Alfred muss sich fragen, was er nach 30 Jahren eigentlich über seine Frau und die Ehe weiß.
Mit Humor und einer eigenwilligen Prosa erforscht der Autor die Wandlungen einer Liebe über die Jahrzehnte.
„So lebensklug, so welthaltig auf eng umzirkeltem Raum, so elegant kann deutschsprachige Prosa im Jahr 2010 klingen.“ M. Ebel  Tages–Anzeiger–Zürich
Fl

Carl-Henning Wijmark: Nahende Nacht

Carl-Henning Wijmark: Nahende Nacht

Ein einstmals gefeierter und berühmter „Theatermann“ verbringt den letzten September seines Lebens. Lakonisch, beklemmend, manchmal aber auch vergnüglich, beschreibt der schwedische Schriftsteller Gedanken und Gefühle eines Sterbenden. Der Roman der trotz des gewaltigen Themas mit 154 Seiten auskommt ist nicht zuletzt ein Plädoyer für ein menschenwürdiges Sterben.
Carl-Henning Wijmark erhielt für dieses Buch den bedeutendsten schwedischen Literaturpreis.
SDe

Maria Àngels Anglada: Die Violine von Auschwitz

Maria Àngels Anglada: Die Violine von Auschwitz

Die Originalausgabe dieses Romans der renommierten katalanischen Autorin Maria Àngels Anglada erschien bereits 1994. Nun hat der Luchterhand-Verlag dieses sehr beeindruckende Buch in deutscher Sprache verlegt.
Das Schicksal des jüdischen Geigenbauers Daniel in einem kleinen Außenlager des KZ Auschwitz ist eine fiktive Geschichte.
Daniel bekommt vom Lagerkommandanten den Auftrag eine Geige zu bauen. Unter unsäglichem Druck - da die Arbeit auf einer Wette zwischen dem Lagerkommandanten und dem Arzt basiert - erledigt er seine Arbeit. Die Geige muss unter Zeitdruck hergestellt werden, aber dennoch vollkommen perfekt sein. Trotzdem genießt Daniel diese Arbeit, denn sie bringt ihn auf andere Gedanken und lenkt ihn vom grauenvollen Leben im Lager ab.
EGr

 

Marie-Sabine Roger: Das Labyrinth der Wörter

Marie-Sabine Roger: Das Labyrinth der Wörter

Germain und Margueritte lernen sich im Park auf einer Parkbank kennen. Beide gehen dort öfters hin, um sich die Zeit zu vertreiben. Die beiden sind sehr unterschiedlich. Germain ist noch realtiv jung, lebt ohne Schulabaschluß in einem Wohnwagen und züchtet Gemüse. Er ist groß und schwerfällig und mit der Sprache tut er sich auch ein wenig hart. Nie käme er auf die Idee, ein Buch zu lesen.
Margueritte ist eine alte, kleine und feinsinnige Dame mit guten Manieren und einer ausgeprägten Liebe zur Literatur. Die beiden freunden sich an und Margueritte gewinnt den ungebildeten Germain für die Welt der Bücher, indem sie beginnt, ihm aus ihren Büchern vorzulesen. Ein charmanter kleiner Roman, der mit Gérard Dépardieu verfilmt wird.
EGr

Erika Pluhar: Spätes Tagebuch

Erika Pluhar: Spätes Tagebuch

Paulina Neblo ist 70 Jahre alt und lebt nach einem ausgefüllten Leben als Tänzerin und Choreopgraphin in Wien. Sowohl ihr Mann, als auch ihre Tochter sind bereits gestorben. Seither kann sie dem Leben keine richtige Freude mehr abgewinnen und lebt völlig zurückgezogen - nur betreut von einer Haushälterin - in ihrem vornehmen Haus. Sie sieht viel fern und vertrödelt den Tag. Dann beginnt sie Tagebuch zu schreiben und sinniert über das Leben nach; sie stellt immer mehr  fest, dass ihre Mitmenschen ihr zurückgezogenes Leben nicht akzeptieren wollen.
EGr

 

Markus Freise Du gehst da raus und alles wird zu Gold

Markus Freise Du gehst da raus und alles wird zu Gold

Seit Anfang der 90er Jahre greift es um sich: Poetry Slam. Dieses Phänomen, auch Dichterwettstreit genannt, ist ein poetischer Wettkamp zwischen mehreren „Slamern“. Diese tragen selbst verfasste Texte oder Gedichte vor, die dann vom Publikum anhand von Wertungstafeln (Punkte 1-10), oder Applausometer bewertet werden.
Markus Freise, selbst passionierter Slamer, zieht uns mit seinem 2009 erschienenen Werk “Du gehst da raus und alles wird zu Gold“ mit auf die Bühne. Die verschiedenen Texte die er im Laufe seiner Dichter-Karriere geschrieben hat (von poetisch über lustig bis hin zu schockierend oder irritierend) sind in diesem Werk zusammengefasst.
TDo

Martin Suter: Der Koch

Martin Suter: Der Koch

Mit seinem neuen Roman hat sich Martin Suter wieder selbst übertroffen.
Maravan ist Tamile und lebt als Asylbewerber in der Schweiz. Er ist ein begnadeter Koch, muss aber sein Dasein als Tellerwäscher und Küchenhilfe in der Küche eines Nobellokals fristen. Als er dort hinausgeworfen wird, hat seine Kollegin, die das Lokal ebenfalls verlassen hat, eine neue Geschäftsidee. Gemeinsam ziehen sie einen Catering-Service der besonderen Art auf; denn Maravans Kochkünste und die fein abgestimmte Verwendung verschiedenster Gewürze erreichen eine umwerfende erotische Wirkung.
EGr

Hanns-Josef Ortheil: Die Erfindung des Lebens

Hanns-Josef Ortheil: Die Erfindung des Lebens

"Die Erfindung des Lebens" ist ein autobiographischer Roman, in dem Hanns-Josef Ortheil auf fast 600 spannenden Seiten sein Leben erzählt; er beschreibt den Weg vom "sprachlosen" Kind, über seine einsame Schulzeit, über die erfüllende
Pianistenausbildung in Rom, bis hin zum Schriftsteller und Literaturprofessor.
"Ich kann kaum beschreiben, wie glücklich ich in dem Moment war, als ich diese für mich sehr bedeutsame Entdeckung machte. Das Schreiben half mir also nicht nur indirekt weiter, indem es Klarheit und Struktur in meine Phantasien und Gedanken brachte, nein, es half mir auch mitten im Leben, ganz direkt, indem es mir Erzählversionen von Bruchstücken meiner Lebensgeschichte lieferte, die ich
dann selbst einer mir noch relativ fremden Person erzählen konnte!"
EGr

Georg Elterlein: Der Hungerkünstler

Georg Elterlein: Der Hungerkünstler

Georg Elterlein wurde 1961 in Wien geboren. "Der Hungerkünstler" ist sein erster Roman.
Andreas, 19 Jahre alt, wird an seinem Geburtstag aus der Psychiatrie entlassen. Er hatte auf Drängen seines ehrgeizigen Vaters die Schule abgebrochen, um Tennisprofi zu werden. Seine familiären Verhältnisse sind sehr schwierig; seine Mutter ist bei einem "Unfall" gestorben; mit seinem Vater versteht er sich nicht mehr. Mit Essensverweigerung versucht er, mit dem unerwünschten Leben fertig zu werden. Er wird aus der psychiatrischen Anstalt entlassen und hat sich fest vorgenommen, nach Griechenland zu fahren und dort an einer einsamen Stelle zu verhungern.
Nun kommt jedoch alles anders, da seine Großmutter plötzlich stirbt und er sich für seinen eigenwilligen Großvater verantwortlich fühlt. Ihm verdankt er schließlich auch die Begegnung mit einer Studentin, zu der er sich hingezogen fühlt. Ein langsamer und steiniger Weg ins "normale" Leben beginnt.
EGr

 

Anna Katharina Hahn: Kürzere Tage

Anna Katharina Hahn: Kürzere Tage

In der Stuttgarter Constantinstrasse und in der nächsten Umgebung wohnen verschiedene Menschen, die die Autorin hier vorstellt. Hauptpersonen dieses Romans sind Judith und Leonie, zwei sehr gegensätzliche Mütter.
Judith ist Waldorfanhängerin mit einem Professor als Mann und mit zwei kleinen Söhnen. Die überlastete Leonie arbeitet in der Kommunikationsabteilung einer Bank. Ihr Mann Simon kommt immer spät nach Hause. Die Töchter Lisa und Felicia gehen in einen katholischen Kindergarten.
Daneben gibt es noch das alte Ehepaar Posselt, einen türkischen Feinkosthändler und ein paar vernachlässigte Jugendliche.
Anna Katharina Hahn beleuchtet aus verschiedenen Blickwinkeln diese Wohlstandsfassade, die nach aussen problemlos scheint, aber für jede einzelne Person doch mit vielen Problemen gespickt ist. Sehr treffend und realistisch, aber dennoch mit viel Verständnis für die einzelnen Personen beschreibt die Autorin die Vorgänge.
EGr

 

Asta Scheib: Das Schönste, was ich sah

Asta Scheib: Das Schönste, was ich sah

Asta Scheib hat einen Roman über den Maler Giovanni Segantini und seine Frau Luigia Bugatti - genannt Bice - geschrieben. Segantini lebte von 1858-1899; er stammt aus ärmlichsten Verhältnissen. Er wurde in Arco geboren; seine kranke Mutter stirbt, sein trinkender Vater kümmert sich nicht mehr um ihn, nachdem er ihn nach Mailand zu seiner Halbschwester gebracht hat. Umso erstaunlicher, dass er es mit seinem Talent schafft, an der Akademie Brera in Mailand zu studieren.
Giovanni Segantini und Luigia Bugatti bekommen 4 Kinder; sie führen trotz des Erfolgs und der Anerkennung des Malers ein schwieriges Leben, das immer von Wohnungswechseln und Geldsorgen dominiert wird.
EGr
Öffnet externen Link in neuem Fensterhttp://de.wikipedia.org/wiki/Giovanni_Segantini

Kathrin Schmidt: Du stirbst nicht

Kathrin Schmidt: Du stirbst nicht

Kathrin Schmidt hat für Ihren neuen Roman "Du stirbst nicht" den Deutschen Buchpreis 2009 erhalten. Dieser spannende und unter die Haut gehende Roman wurde vollkommen zu Recht ausgezeichnet.
Helene Wesendahl überlebt ein geplatztes Aneurysma, muss sich allerdings während eines langen Klinikaufenthaltes ihre Erinnerung und ihre Sprache erst wieder erarbeiten. Die Autorin weiss, wovon sie spricht, denn sie selbst hat vor wenigen Jahren einen ähnlichen Schicksalsschlag durchgemacht.
Die etwas über vierzigjährige Protagonistin sucht in kleinen Schritten nach ihrer verlorenen Sprache und ihrem verlorenen Gedächtnis. So entsteht in langsamen und leisen Bildern die Geschichte ihrer Familie, ihrer Ehe und ihrer Beziehungen zu anderen Menschen.
EGr

Elke Heidenreich und Bernd Schroeder: Alte Liebe

Elke Heidenreich und Bernd Schroeder: Alte Liebe

Nach dem Buch "Rudernde Hunde" haben Elke Heidenreich und ihr früherer Mann Bernd Schroeder nun wieder ein gemeinsames Buch veröffentlicht.
Die engagierte Bibliothekarin Lore und ihr Mann Harry, der bereits in Ruhestand ist und sich vor allem um seinen Garten kümmert, schreiben in einzelnen Kapiteln abwechselnd über ihre Befindlichkeit.
40 Jahre sind die beiden verheiratet. Die gemeinsame Tochter Gloria, die in ihrem Leben - zumindest in den Augen ihrer Eltern - viel falsch gemacht hat, will in dritter Ehe einen steinreichen Industriellen heiraten, der zu allem Überfluss ihr Vater sein könnte. Darin liegt natürlich ein grosses Potential für die beiden Eltern genüßlich ihre Meinungsveschiedenheiten auszutragen und sich dann am Schluss eigentlich doch einig zu sein.

Per Olov Enquist: Ein anderes Leben

Per Olov Enquist: Ein anderes Leben

In diesem autobiographischen Roman - Enquist erzählt sein Leben in der dritten Person - geht es um die Kindheit und um das langsame Erwachsenwerden des Autors. Aus dieser erzählerischen Distanz versteht es Enquist in scharfsichtiger Klarheit seine Entwicklung und seine Herkunft, seine Probleme - und hier insbesondere seine Alkoholsucht - darzustellen und zu ergründen.
Er wuchs mit einer sehr strenggläubigen verwitweten Mutter und Volksschullehrerin in einem kleinen abgelegenen schwedischen Dorf auf. In seiner Jugend war er erfolgreicher Hochspringer; nach seinem Literaturstudium war es als Journalist tätig. Hier war er auch bei den Olympischen Spielen in München eingesetzt und berichtete von der Geiselnahme von München. Er verbringt ein sehr abwechslungsreiches Leben: Studienaufenthalt in Westberlin, Gastprofessur in Los Angeles, langer Aufenthalt in Dänemark und Jahre in Paris. Hier kommt seine Alkoholabhängigkeit immer stärker zum Tragen. Im letzen Teil des Buches berichtet er von den immens schwierigen Versuchen, vom Alkohol los zu kommen. Sehr spannend und ehrlich geschrieben!
EGr

Ruth Rehmann: Ferne Schwester

Ruth Rehmann: Ferne Schwester

Ruth Rehmann lebt in Trostberg und hat jetzt lange Jahre auf ein neues Buch warten lassen. Nun hat sie sich mit dem Roman "Ferne Schwester" eindrucksvoll zurückgemeldet. Sie schildert sehr spannend und einfühlsam, wie eine junge Frau nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges versucht, ihren Platz im Leben zu finden.
Ihre Liebe zu Anton erfüllt sich nicht. So reist sie mit einer Gruppe junger Journalisten nach Algerien. In Briefen an die Missionsschwester Clara, die bei ihr jedoch nie ankommen werden, versucht sie ihr Leben zu beschreiben und zu verstehen. Sie sagt selbst "Ich brauche das Schreiben, um mein Leben anzuschauen und zu befragen. Indem ich erzähle, werden sie hervortreten, für mich beim Schreiben, für Dich beim Lesen. Danach können wir reden."
Das Buch ist dem Gedenken an Agnes Kunze gewidmet, die 37 Jahre ihres Lebens den Ausgestoßenen Indiens geschenkt hat. Sie ist am 14.11.1998 in der von ihr gegründeten Lepra-Kolonie KKM-Kripaon ki Mata gestorben.
EGr
http://hirn-herz-hand.org/projekte_k-k-m-handweaving.html

Paul Auster: Mann im Dunkel

Paul Auster: Mann im Dunkel

Der 72-jährige August Brill, Ex-Literaturkritiker und Journalist, sitzt morgens um drei in seinem Rollstuhl im dunklen Wohnzimmer. In der Schwebe zwischen Wachen und Schlaf denkt er sich eine Geschichte aus, um seine nächtens überhandnehmenden Sorgen zu verdrängen…. In seinem neuen Roman "Mann im Dunkel" teilen sich drei Generationen privates Leid: der im Rollstuhl sitzende August Brill, dessen Frau an Krebs gestorben ist, seine Tochter Miriam, die nach einer Trennung zu ihm zieht und ihre Tochter, Brills 23-jährige Enkelin Katya. Auster behandelt Themen wie Krieg, Liebe, Selbstlüge, Tod, Alter und der Sinn des Lebens in einem spannenden und ungewöhnlich politischen Roman, klug und berührend geschrieben.
Br

Kjetil Bjørnstad: Der Fluß

Kjetil Bjørnstad: Der Fluß

"Der Fluß" ist die Fortsetzung des Romans "Vindings Spiel". Das Leben von Aksel Vinding wird weitererzählt. Der junge hochbegabte Pianist versucht seinen eigenen Weg zu finden. Seine Mutter ist tot; der Vater ist für ihn nicht greifbar, weil dieser eine neue Beziehung eingegangen ist und sich für seinen Sohn nicht interessiert. So sind seine wichtigsten Bezugspersonen auf der einen Seite Marianne Skoog, die Mutter seiner verstorbenen Freundin Anja; auf der anderen Seite seine überaus strenge und ehrgeizige Klavierlehrerin Selma Lynge.
EGr

 

Anne Michaels: Wintergewölbe

Anne Michaels: Wintergewölbe

Die kanadische Autorin Anne Michaels wurde 1958 in Toronto geboren. Ihr erster Roman "Fluchtstücke" war ein internationaler Bestseller, der in 30 Sprachen übersetzt wurde.
10 Jahre später ist ihr mit "Wintergewölbe" wieder ein faszinierender und vielschichtiger Roman gelungen.
Jean und Avery lernen sich am St.-Lorenz-Strom kennen. Der Ingenieur Avery arbeitete dort an der Flussbegradigung mit. Als Avery zu einem neuen Auftrag nach Ägypten muss, folgt ihm Jean. Der Tempel von Abu Simbel muss versetzt werden, weil der Assuan-Staudamm gebaut wird. Anne Michaels versteht es, die Darstellung der Tragweite solcher Eingriffe in die Natur mit einer schwierigen Liebesgeschichte zu verknüpfen.
http://www.wintergewoelbe.berlinverlage.de
EGr

 

Melitta Breznik: Nordlicht

Melitta Breznik: Nordlicht

Melitta Breznik wurde 1961 in der Steiermark, geboren und lebt in Graubünden und in Zürich.

Die Psychiaterin Anna arbeitet in einer Klinik in Zürich und fühlt sich von ihrer aufreibenden Arbeit und auch von ihrem Privatleben zunehmend ausgebrannt. Sie beschließt, ein Jahr Auszeit zu nehmen und reist - mit den Kriegs-Tagebüchern ihres Vaters im Gepäck - auf eine einsame Insel der Lofoten an der norwegischen Küste. Dort mietet sie ein kleines Haus, versucht ihren Wurzeln auf den Grund zu gehen und schafft es, langsam Kontakte zu knüpfen und ihr Leben wieder in Einklang zu bringen. Sie freundet sich mit einer Norwegerin an, die die Tochter eines deutschen Besatzungssoldaten ist.
EGr

 

Joel Haahtela: Sehnsucht nach Elena

Joel Haahtela, der mit seinem ersten Roman "Der Schmetterlingssammler" bekannt wurde, lebt als Schriftsteller und Psychiater in der Nähe von Helsinki. In seinem neuen Roman geht es in sehr kurzen Kapiteln um einen einsamen Mann, der in einem Park täglich eine schöne junge Frau sieht. Diese zufällige Begegnung reißt den alten Mann aus seinem einsamen Alltag. Im Sommer besucht er einen Freund auf einer ruhigen Insel. Diese Reise führt ihn in seine schmerzliche Vergangenheit und zum Geheimnis seiner Sehnsucht.
EGr

 

Arnon Grünberg: Tirza

Arnon Grünberg: Tirza

Jörgen Hofmeester, Ende fünfzig, wohlhabend, aber freigestellt, geht ganz auf in seiner Vaterrolle. Vor allem, seit seine Frau ihn verlassen hat. Tirza, so heißt die jüngere Tochter. Nach dem Abitur will sie auf Reisen nach Afrika gehen. Dann hat Hofmeester ausgedient, wird keine Rolle mehr spielen - und deshalb fällt er aus der Rolle... Furios und finster erzählt er die Geschichte einer kaputten Familie mit vertauschten Rollen. Grünbergs Roman wandelt sich im Laufe der Geschichte zum Krimi.
Br

Nathacha Appanah: Der letzte Bruder

Nathacha Appanah: Der letzte Bruder

Die Autorin Nathacha Appanah wurde 1973 auf Mauritius geboren und lebt als Journalistin und als in Frankreich sehr erfolgreiche Schriftstellerin in Paris.
In ihrem Roman "Der letzte Bruder" erzählt sie aus der Sicht des inzwischen alt gewordenen Raj die Geschichte seiner Kindheit und die Freundschaft mit David. Rai lebt mit seiner Familie und seinem gewalttätigen Vater recht armselig in einem kleinen Dorf. Sein Vater arbeitet in einem Gefängnis, in dem David mit vielen anderen jüdischen Gefangenen lebt. Eines Tages lernen sich Raj und David kennen. Eine kurze und verhängnisvolle Freundschaft nimmt ihren Anfang.
EGr

 

Peter Cameron: Du wirst schon noch sehen, wozu es gut ist

Peter Cameron: Du wirst schon noch sehen, wozu es gut ist

Der 18-jährige James will sich nicht in das Leben seiner Eltern in der New Yorker Upperclass einfügen. Die Eltern leben getrennt, die Mutter betreibt eine kleine Galerie, in der James ab und zu aushilft. Die einzigen Menschen, mit denen er sich versteht und gerne unterhält, sind John, der Angestellte seiner Mutter und Nanette, seine Großmutter.
Seine Eltern erwarten von ihm, dass er auf das College geht; James jedoch hat keine Lust dazu. Er hält es für Zeitverschwendung und will dort sein Leben nicht mit gleichaltrigen stupiden Studenten verbringen.
Peter Cameron beschreibt sehr eindringlich die Unsicherheiten und Wünsche eines jungen Mannes, der auf der Suche nach seinem Platz im Leben ist.
EGr

 

Hiromi Kawakami: Der Himmel ist blau, die Erde ist weiß

Hiromi Kawakami: Der Himmel ist blau, die Erde ist weiß

Hiromi Kawakami wurde 1958 in Tokio geboren und ist eine der bekanntesten Schriftstellerinnen Japans.
Erzählt wird die Liebe zwischen einer jüngeren Frau und ihrem fast doppelt so alten Lehrer. Tsukiko ist achtunddreißig Jahre alt, lebt allein und meint, dass sie zur Liebe nicht begabt sei. In einer Kneipe trifft sie ihren alten Japanischlehrer wieder, der ebenfalls alleine lebt. Sie nennt ihn den Sensei und die beiden treffen sich ab diesem Zeitpunkt oft in "ihrer" Kneipe.
EGr

 

Liza Marklund: Mias Flucht

Liza Marklund: Mias Flucht

Ausnahmsweise kein Krimi von Liza Marklund, sondern der zweite Teil von "Mia - ein Leben im Versteck".
Die Flüchtlingshelferin Mia - Maria Eriksson - hat mit einem Libanesen eine gemeinsame Tochter. Als aber Gewalt das Zusammenleben prägte, hat sie ihn verlassen und ist nun zusammen mit ihrem neuen Mann und ihren zwei Kindern auf der Flucht vor ihrem hasserfüllten Verfolger. Sie lebt im Ausland, kehrt mit einer neuen Identität nach Schweden zurück. Jedoch gelingt es der Familie nicht, hier wieder in Ruhe Fuß zu fassen, weil sie von Neuem verfolgt wird. Mit viel Elan und Energie nimmt Mia den Kampf gegen die Bürokratie auf; schließlich wandert die Familie nach Chile aus und versucht hier mit großen Schwierigkeiten ein neues Leben aufzubauen. Letztendlich scheitert sie aber auch hier und beantragt in Amerika Asyl.
EGr

 

Thomas Bernhard: Meine Preise

Thomas Bernhard: Meine Preise

Knapp, lakonisch und auf die gesamte Welt schimpfend gibt Thomas Bernhard ein Selbstportrait von sich als Schriftsteller und Preisempfänger. Er erzählt köstlich unterhaltsam und komödiantenhaft von den Umständen in denen er unterschiedliche literarische Auszeichnungen überreicht bekam. Ob Georg-Büchner-Preis oder kleiner Österreichischer Staatspreis, nicht selten löste die Preisübergabe an Thomas Bernhard einen Skandal aus. Auch für Thomas-Bernhard-Einsteiger ein Lesevergnügen.
Del

Aharon Appelfeld: Blumen der Finsternis

Aharon Appelfeld: Blumen der Finsternis

Der Zweite Weltkrieg ist auf seinem Höhepunkt, Tag für Tag werden Juden aus dem Ghetto deportiert, Verzweifelt versuchen jüdische Eltern ein Versteck für ihre Kinder zu finden. Der elfjährige Hugo findet sein Versteck in der Abstellkammer eines Freudenhauses. Lakonisch und sehr einfühlsam erzählt der vielfach preisgekrönte Autor Aharon Appelfeld diese Geschichte. Sehr empfehlenswert wie alle Bücher dieses Autors, der ein Überlebender des Holocausts ist.
Del

Anne B. Ragde: Hitzewelle

Anne B. Ragde: Hitzewelle

Dritter Teil der spannenden Trilogie, die sich um die Familie Neshov auf einem Schweinezüchterhof in der Nähe von Trondheim dreht.

Die junge Torunn fand ihren Vater Tor tot im Schweinestall. Sie gibt sich die Schuld an seinem Selbstmord, weil sie ihm nicht versprechen konnte, dass sie den Hof übernehmen wird. Eigentlich lebt sie in Oslo und führt dort ein grundverschiedenes Leben. Mit dabei sind natürlich auch wieder Torunns Onkel Margido und Erlend. Sie bekommen nicht mit, wie es Torunn wirklich geht. Sie distanziert sich immer mehr von ihrer Familie und dem Hof, bis sie schließlich eine endgültige Entscheidung trifft.
EGr

 

Delphine de Vigan: No & ich

Delphine de Vigan: No & ich

Delphine de Vigan erzählt von der Freundschaft zwischen der hochbegabten dreizehnjährigen Lou und der achtzehnjährigen No, die in Paris auf der Straße lebt. Lou muss sich mit ihrer problematischen Mutter, mit ihrem Schulfreund Lucas und mit ihrer eigenen Unsicherheit herumschlagen; sie hat jedoch den Optimismus und den absoluten Willen - auch gegen alle auftretenden Schwierigkeiten - No zu helfen.
EGr

 

 

 

Jonathan Coe: Der Regen, bevor er fällt

Jonathan Coe: Der Regen, bevor er fällt

Rosamond verbringt ihre letzten Lebensstunden mit einer Flasche Whisky in ihrem Wohnzimmer. Sie bespricht für Imogen, die blinde Enkelin ihrer Cousine Beatrix, mehrere Kassetten, auf denen sie ihr Leben und das der gemeinsamen Verwandtschaft schildert. An Hand von Photos erzählt sie die Zusammenhänge und die schwierigen Verhältnisse vor allem der weiblichen Familienangehörigen. Ein spannender und einfühlsamer Roman über drei Generationen.
EGr

 

 

Iris Hanika: Treffen sich zwei

Iris Hanika: Treffen sich zwei

Iris Hanika , geboren 1962 in Würzburg, lebt seit 1979 in Berlin, arbeitet als Journalistin und Schriftstellerin.
Eine Liebesgeschichte zwischen Senta und Thomas, zwei sehr unterschiedliche Menschen mit sehr unterschiedlicher Ausdrucksweise und Lebenseinstellung: Thomas ist ein sehr nüchterner Sytemberater, Senta eine hysterische und beziehungsängstliche Geisteswissenschaftlerin mit abgebrochenem Studium, die in einer kleinen Galerie arbeitet. Aus diesen Voraussetzungen komponiert Iris Hanika einen ironischen und niveauvollen Liebesroman. http://www.iris-hanika.de/
EGr

 

Adam Davies: Goodbye Lemon

Adam Davies: Goodbye Lemon

Der spannende traurige und doch auch komische Roman handelt von den beiden Eltern und drei Söhnen. Schweigen und Unverständnis sind das Fundament, auf dem die Familie aufgebaut ist. Jack kommt nach 20 Jahren Abwesenheit wieder nach Hause, weil sein Vater durch einen Schlaganfall an den Rollstuhl gefesselt ist. Hier trifft er auf einen Vater, der sich nur noch durch Augenzwinkern verständlich machen kann, auf eine Mutter mit ihrem fanatischen Perfektionismus und auf seinen Bruder Press, der dem Alkohol verfallen ist. Jack hatte immer gedacht, sein Vater sei Schuld am Tod seines kleinen Bruders. Doch was ist wirklich wahr?
EGr

 

Andrea Gerster: Dazwischen Lili

Andrea Gerster: Dazwischen Lili

Die Autorin Andrea Gerster aus der Schweiz hat bisher bereits einige Erzählungen in Anthologien und Zeitschriften veröffentlicht. "Dazwischen Lili" ist ihr erster Roman.
Ana ist die Schwiegertochter, Lili die Schwiegermutter und dann gibt es da noch Reini den Ehemann und seine Schwester Katharina. Die beiden letzteren sind sehr karrierebewusst und egoistisch und haben die Betreuung und Pflege der Mutter auf Ana abgewälzt. Doch Ana kommt immer weniger mit den Launen ihrer schikanösen, pflegebedürftigen Schwiegermutter zurecht. Alleingelassen zwischen Wut und Mitleid gerät Ana immer tiefer in eine seelische Krise.
EGr

 

David Benioff: Stadt der Diebe

David Benioff: Stadt der Diebe

David Benioff ist erfolgreicher Drehbuchautor und hat die Drehbücher zu Troja, Stay und Drachenläufer geschrieben. Sein erster Roman "Stadt der Diebe" spielt im Jahr 1942 im belagerten und ausgehungerten Leningrad. Der 17jährige Lew und sein Mithäftling Kolja werden freigelassen, wenn sie es schaffen dem Oberst zwölf Eier für die Hochzeitstorte seiner Tochter zu beschaffen. Angesichts der Umstände ein schwieriges und abenteuerliches Unterfangen. Die beiden äußerst unterschiedlichen jungen Männer freunden sich an, durchleiden harte und gefährliche Tage und kämpfen um ihr Leben.
EGr

 

Tomas Lieske: Isabel oder der Duft der Liebe

Tomas Lieske: Isabel oder der Duft der Liebe

Tomas Lieske wurde 1943 in Den Haag geboren. Er ist Lehrer und Schriftsteller.
Der kleine Roman spielt im 16. Jahrhundert. Marnix de Veer wohnt in Den Haag; hier lernt er den 21jährigen, zukünftigen König Philipp II. von Spanien - genannt Felipe - kennen. Marnix tritt in seine Dienste am Hof; hier kann er seinen Interessen, der Mathematik, der Architektur und der Mechanik nachgehen. Zwischen den beiden entwickelt sich eine enge Freundschaft. Doch eines Tages raubt Felipe ihm die Liebe seines Lebens...
EGr

 

Willa Cather: Meine Antonia

Willa Cather: Meine Antonia

Willa Cather lebte von 1873 bis 1947. 1923 erhielt sie den Pulitzer-Preis; sie gilt als eine der großen amerikanischen Erzählerinnen. Als Kind zog sie mit ihren Eltern von Virginia nach Nebraska, wo sie mit der Prärie und mit den dortigen Einwanderern aus Europa  Bekanntschaft schloss. Später lebte sie als Lehrerin, Redakteurin und erfolgreiche Schriftstellerin in New York. "Meine Antonia" erzählt vom harten Leben der Einwanderer aus Böhmen und Skandinavien; sie versuchen, sich in der Prärie ein neues Leben aufzubauen. Erzählt wird die Geschichte aus der Sicht des Nachbarjungen Jim, der Antonia ein ganzes Leben lang verbunden bleibt.
EGr

 

Michael Gerard Bauer: Running Man

Michael Gerard Bauer: Running Man

"Running Man" ist ein Jugendbuch, das ich aber auch jedem erwachsenen Leser ans Herz legen kann; ein Buch, das ein Plädoyer gegen Vorurteile ist. Sehr spannend und sehr lesenswert! Joseph geht noch in die Schule und lebt mit seiner Mutter in einem Haus, das an das Grundstück von Caroline und ihrem Bruder Tom Leyton angrenzt. Vor allem Tom gilt in der Nachbarschaft als skurril, wenn nicht sogar gefährlich. Doch Joseph überwindet seine Ängste und freundet sich mit Tom an; so erfährt er auch langsam etwas über einen anderen komischen Kauz, den Joseph insgeheim "Running Man" nennt.
EGr

 

Woody Allen: Pure Anarchie

Woody Allen: Pure Anarchie

Nach über fünfundzwanzig Jahren können Woody-Allen-Fans aufatmen. Es gibt endlich ein neues Buch des Regisseurs, Schauspielers und Drehbuchautors. "Wenn das Leben sinnlos ist, wie lässt sich dann die Buchstabensuppe erklären?" Dieser Satz stammt aus seinem jüngsten Erzählungsband "Pure Anarchie“. Wie gewohnt sind die sogenannten Helden seiner Erzählungen eher erfolglose, gutgläubige und naive Menschen, die versuchen ihr Leben in den Griff zu bekommen. Seine Geschichten sind wie gewohnt schräg, tragisch, komisch und stecken voller Satire. Sein großer Wortwitz amüsiert und unterhält mich schon seit vielen Jahren.
Br

Nicolas Barreau: Du findest mich am Ende der Welt

Nicolas Barreau: Du findest mich am Ende der Welt

Nicolas Barreau wurde 1980 in Paris geboren; er hat Romanistik und Geschichte an der Sorbonne studiert. Er arbeitet in einer Buchhandlung an der Rive Gauche in Paris. Schon sein vorhergehender Roman "Die Frau meines Lebens" war recht nett, aber mit "Du findest mich am Ende der Welt" ist dem französischen Autor eine noch charmantere Liebesgeschichte gelungen.
Der Pariser Galerist Jean-Luc lebt mit seinem Hund Cézanne ein zufriedenes Junggesellenleben in Paris. Eines Tages findet er in seinem Briefkasten einen Liebesbrief von einer geheimnisvollen Unbekannten, die sich auch im folgenden Schriftwechsel nicht zu erkennen gibt. Jean-Luc entwickelt detektivisches Gespür um die Verfasserin der Briefe und seine Frau für's Leben zu finden.
EGr

Murathan Mungan: Tschador

Murathan Mungan: Tschador

Murathan Mungan wurde 1955 in Istanbul geboren, wuchs in Mardin auf und studierte in Ankara Theaterwissenschaft. Er schreibt Romane, Erzählungen, Gedichte und Songtexte und lebt heute als sehr bekannter und experimentierfreudiger Schriftsteller wieder in Istanbul.
Der junge Akbhar kehrt nach vielen Jahren des Exils in sein Heimatland zurück; hier hat sich alles von Grund auf verändert und er erkennt fast nichts wieder. Das Land ist vom Krieg zerstört, ein furchteinflößendes neues Regime hat die Macht übernommen. Akhbar begibt sich auf die Suche nach seiner Familie, nach seiner Mutter, seiner Schwester und seiner Freundin, die er vor Jahren verlassen hatte.
EGr

Ulrich Tukur: Die Seerose im Speisesaal -Venezianische Geschichten

Ulrich Tukur: Die Seerose im Speisesaal -Venezianische Geschichten

In Ulrich Tukurs erstem Buch „Die Seerose im Speisesaal“ erzählt der bekannte Schauspieler und Musiker elf tragikomische und fantasievolle Geschichten aus seiner Wahlheimat Venedig. Jede Geschichte beruht auf wahren Begebenheiten und Erlebnissen des Autors, die er aus gewagter Perspektive meisterhaft erzählt und mit viel Fantasie auszuschmücken versteht. Schön ist seine Sprache mit der er eindrucksvolle Bilder zeichnet und die unmöglichsten Situationen spannend und vergnüglich zugleich erzählt: Hoffentlich schreibt er weiter! Ergänzt werden die Geschichten von zahlreichen Schwarzweiß-Fotografien seiner Frau Katharina John. Absolut empfehlenswert! Übrigens bereitet das Hörbuch zum gleichnamigen Buch ebenso viel Vergnügen.
Br

Alan Bennett: Die souveräne Leserin

Alan Bennett: Die souveräne Leserin

Schuld sind die Corgis; durch sie wird die Queen auf einen Londoner Bücherbus aufmerksam. Nur aus Höflichkeit leiht sie einen Band aus und allmählich wird die englische Königin zur begeisterten Leserin - mit unerwarteten Folgen für den Hof. Die Auswirkungen der majestätischen Leselust sind unvorhersehbar, die Grundfeste des Buckingham Palace werden jedenfalls gehörig durcheinander gewirbelt. Eine köstliche Satire!
EGr

Steven Galloway: Der Cellist von Sarajevo

Steven Galloway: Der Cellist von Sarajevo

Steven Galloway wurde 1975 in Vancouver in Kanada geboren und hat bisher drei Romane publiziert. "Der Cellist von Sarajevo" ist sein erster Roman, der auf Deutsch veröffentlicht wurde. Als "Vorbild" für dieses Buch diente ihm der Cellist Vedran Smailović, der auch auf dem Buch abgebildet ist.
Sarajevo wurde vom 5. April 1992 bis zum 29. Februar 1996 belagert; ständig schlagen Granaten ein und die Stadt wird aus den umliegenden Bergen beschossen. Angst, Hunger und Durst sind die ständigen Begleiter der Einwohner.
Ein Cellist  muss mit ansehen, wie eine Granate direkt auf dem Marktplatz einschlägt und 22 Menschen, die vor einer Bäckerei anstehen, tötet. 22 Tage lang spielt er nun jeden Tag Albinonis Adagio – eins für jeden Getöteten. Die Scharfschützin Strijela, der Familienvater Kenan und der Bäcker Dragan lassen den Leser - in jeweils einzelnen Kapiteln - die Kriegshandlungen in der belagerten Stadt beobachten.
EGr

Birgit Vanderbeke: Die sonderbare Karriere der Frau Choi

Birgit Vanderbeke: Die sonderbare Karriere der Frau Choi

Das neue Buch von Birgit Vanderbeke ist ganz bestimmt nicht preisverdächtig. Die sehr atmosphärische Erzählung und viele vergnügliche Passagen sind gut und zügig zu lesen, besondere Tiefen darf man freilich nicht erwarten. Vergnügen bereiten auch in diesem Buch das Thema Essen, kauzige Typen und eine eingeschworene Dorfgemeinschaft.
Klappentext:
Plötzlich taucht Frau Choi aus Gwangju auf. Und in dem südfranzösischen Nest, wo man sich noch die Geschichten von Werwölfen und der Weißen Frau erzählt, gerät einiges in Bewegung: Seit Frau Chois Restaurant, das "Bapguagup", die Gourmet- und Architekten-Szene anlockt, macht das ganze Dorf gute Geschäfte. Man profitiert von der kulinarischen Raffinesse, dem wirtschaftlichen Geschick und dem Einfallsreichtum der beharrlichen Koreanerin. Insbesondere ihr Wissen um die Wirkung von Kräutern und Pilzen gibt sie gewinnbringend an die Frauen der Umgebung weiter. Und dann stirbt der unangenehme Bürgermeister. Ihm folgt der aufdringliche Marc. Und was ist aus dem ehrgeizigen jungen Ledru geworden?
Br

Markus Werner: Am Hang

Markus Werner: Am Hang

Mich hat dieses Buch von der ersten bis zur letzten Seite gefesselt. Es gehört zu den Büchern, bei denen man erschrocken ist, dass sie nicht weiter gehen. Das Aufeinanderprallen zweier so unterschiedlicher Lebenshaltungen wie die der beiden Protagonisten, ihren unklaren aber auch wieder sehr deutlichen Haltungen, ihren Ängsten und Wünschen hätte ich gern noch weiter verfolgt. Fasziniert hat mich auch die unglaubliche Dichte der Geschichten auf ganzen 189 Seiten. Aus meiner Sicht ein sehr zu empfehlendes Buch.
Br

Paula Fox: Ein Bild von Ivan

Paula Fox: Ein Bild von Ivan

Ein leises und schönes Kinderbuch über die Freundschaft zwischen Ivan und dem Maler Matt Mustazza. Ivans alleinerziehender Vater hat sehr wenig Zeit für seinen Sohn; die Haushälterin Giselle kümmert sich um den Jungen. Der Vater gibt eines Tages ein Bild von seinem Sohn in Auftrag. Im Atelier entwickelt sich eine Freundschaft zwischen Ivan, dem Maler und Miss Manderby, die immer Geschichten vorliest. Diese Freundschaft und eine Reise lassen Ivan seinen Platz in der Welt finden. Nach den Ferien kommt er mit viel Selbstbewusstsein in die Schule zurück.
EGr

Jhumpa Lahiri: Einmal im Leben

Jhumpa Lahiri: Einmal im Leben

Die Eltern von Hema und Kaushnik stammen aus Bengalen und leben in Massachusetts. Hema ist einige Jahre jünger als der in sich gekehrte Kaushnik und so können die beiden nicht viel miteinander anfangen. Kaushnik zieht mit seinen Eltern zurück nach Indien, dann wieder nach Amerika, als seine Mutter an Krebs erkrankt.
Hema verliebt sich in Kaushnik, doch ihre Lebenswege verlaufen ganz unterschiedlich. Viele Jahre später - beide stehen fest im Berufsleben - treffen sie sich zufällig in Rom wieder...
EGr

Sami Kuci: Geschenke und andere Gedichte

Sami Kuci: Geschenke und andere Gedichte

Sami Kuci - geboren am 12. Juli 1974 in Vaska in Kroatien - lebt als freischaffender Schriftsteller im Raum Rosenheim. Nach zahlreichen Veröffentlichungen in Zeitungen und Zeitschriften legt er nun sein erstes Buch mit gesammelten Gedichten vor.

Licht

Das Licht tut gut.
Lass mich nur das sagen:
das Licht tut gut.
Und die Augen schließen,
mich zurücklehnen in der Stunde,
bevor es mit seinem
trügerischen Sterben beginnt,
das Licht.
Natürlich weiß ich, dass sich
Bücher füllen ließen über das Licht.
Und sie wurden auch gefüllt.
Mein Leben reichte nicht hin,
sie alle zu lesen, ich weiß,
dass ich hier eines
der ältesten Geheimnisse
empfange.
Und trotzdem spüre ich gerade einfach
nur die Wärme auf meinem Gesicht,
eine sehr einfache Wärme
in einer sehr einfachen Lebensstunde,
in der mir das Licht gut tat,
aus welchem Grund auch immer.

Peter Härtling: O'Bär an Enkel Samuel

Peter Härtling: O'Bär an Enkel Samuel

Der Schriftsteller Peter Härtling, alias Peter Weber, wurde von seinem Enkel Samuel O'Bär getauft; eine Abkürzung für Opa Bär. Der alternde Schriftsteller Weber schreibt an seinen Lieblingsenkel Samuel Briefe und reflektiert darin Gedanken zum Thema Familie, Alter, Freundschaft und Schreiben. Ein bisschen hadert der Großvater mit seinem Altwerden und mit seiner Schreibblockade. Sein Enkel dagegen ist jung und beginnt gerade die Sprache für sich zu entdecken. Mit bewundernswerter Kreativität bringt Samuel neue Wortschöpfungen ans Tageslicht. Ein liebevolles kleines Buch, das ich jedem ans Herz legen möchte.
Öffnet externen Link in neuem Fensterhttp://www.haertling.de/
EGr

Muriel Barbery: Die Eleganz des Igels

Muriel Barbery: Die Eleganz des Igels

Reneé ist 54 Jahre alt und arbeitet seit 27 Jahren als Concierge in einem herrschaftlichen Pariser Anwesen. Für die reichen snobistischen Bewohner stellt sie die einfältige minderbemittelte Angestellte dar. Doch in Wahrheit interessiert sie sich für Philosophie, Literatur und Kunst.
Auch Paloma, die 12jährige Tochter einer der reichen Familien fühlt sich in ihrer Umgebung nicht wohl.
Als ein neuer Bewohner ins Haus einzieht verändert sich für beide das Leben. Der japanische Geschäftsmann Kakuro Ozu lockt die beiden Frauen mit seinem Charme und Verständnis aus der Reserve und freundet sich mit ihnen an. Plötzlich bekommt das Leben wieder einen Sinn und die Freundschaft bewirkt Wunder.
EGr

Paul Auster: Nacht des Orakels

Paul Auster: Nacht des Orakels

Der Schriftsteller Sidney Orr, 35, wohnhaft in Brooklyn, ist nach einem schweren Unfall auf dem Weg der Genesung. Als er in einem Schreibwarengeschäft von einem mysteriösen Chinesen ein wundervolles blaues Notizbuch kauft, verschwindet auch seine Schreibhemmung, die ihn seit dem Unfall plagt. Die Geschichten fliegen ihm nur so zu: eine gebiert eine andere, diese die nächste, und so taucht er ein in ein Labyrinth von Erzählungen, bis ihm langsam dämmert, dass diesen Geschichten eine seltsame Neigung innezuwohnen scheint. Sie beginnen fulminant und führen immer häufiger in ausweglose Situationen.

Der neue Auster hat mich sehr fasziniert. Das Lesen wird zum Abenteuer, schon allein deshalb, weil man gezwungen wird vor- und zurückzublättern. Auster beweist seine geniale Erzählkunst und seine große Fantasie. Er erzählt Geschichten in Geschichten, bei der jede für sich absolut spannend ist. Der ständige Wechsel zwischen Realität und Fiktion ist außerordentlich spannend.
Br

Katharina Hagena: Der Geschmack von Apfelkernen

Katharina Hagena: Der Geschmack von Apfelkernen

Bei diesem Roman fällt dem Leser zuerst der schöne und wunderbar zum Inhalt passende Buchumschlag auf. "Der Geschmack von Apfelkernen" der Hamburger Autorin Katharina Hagena ist ein Roman, der in Kindheitserinnerungen schwelgt. Traurige und schmerzhafte, aber auch schöne und positive Erinnerungen gehen Hand in Hand.
Großmutter Bertha stirbt; die Enkelin Iris erbt das alte Haus mit dem schönen verträumten Garten. Nach der Beerdigung bleibt sie noch einige Tage im Haus. Hier hängt sie ihren Erinnerungen nach und hat einige gewinnbringende Begegnungen mit den Dorfbewohnern und Bekannten ihrer Kinderzeit.
EGr

Jodi Picoult: 19 Minuten

Jodi Picoult: 19 Minuten

Jodi Picoult hat zum wiederholten Mal einen Roman verfasst, der - äußerst spannend geschrieben - die Probleme aus verschiedenen Richtungen analysiert und so die unterschiedlichen Wahrheiten der beteiligten Personen verständlich macht.
Der seit der Grundschule immer wieder gedemütigte und unverstandene Peter Houghton richtet im Alter von 17 Jahren in seiner Schule innerhalb von 19 Minuten ein grauenvolles Massaker an. Das Leben vieler Schüler und ihrer Familien gerät aus den Fugen. Jodi Picoult versucht in Peters Umfeld die Gründe für diese Tat zu finden.
EGr

Khaled Hosseini: Drachenläufer

Khaled Hosseini: Drachenläufer

Nachdem dieser Roman verfilmt wurde, habe ich ihn nun doch noch gelesen und kann ihn nur weiterempfehlen. Das Buch ist bereits im Jahr 2003 erschienen
Hosseini wurde 1965 in Kabul geboren und verließ 1985 Afghanistan. In dieser Zeit, also vor dem Krieg mit der Sowjetunion und vor der Talibanherrschaft, spielt die erste Hälfte seines Romans "Drachenläufer". Aus der Sicht von Amir wird seine Freundschaft zum fast gleichaltrigen Hassan erzählt. Hassans Vater Ali ist der Diener von Amirs Vater; trotz ihrer unterschiedlichen Herkunft verbindet die beiden Jungen eine innige Freundschaft. Diese zerbricht, weil Amir seinem Freund in einer schwierigen Situation nicht beisteht und damit die Freundschaft verrät. Amirs Verrat und seine Feigheit führen schließlich dazu, dass Hassan und Ali fortziehen und nicht mehr für Amir und seinen Vater arbeiten.
Auch Amir und sein Vater verlassen - durch die politische Lage bedingt - Afghanistan und versuchen in Amerika ein neues Leben aufzubauen. Doch die Vergangenheit holt Amir eines Tages wieder ein...
EGr

Laurence Tardieu: Weil nichts bleibt, wie es ist

Laurence Tardieu: Weil nichts bleibt, wie es ist

Ein unheimlich intensiver Roman - tief traurig und hoffnungsvoll zugleich. Vincent und Geneviève hatten eine Tochter; eines Tages kommt die 8-jährige Clara nicht von der Schule nach Hause. Sie bleibt für immer verschwunden.
Die Beziehung zwischen den Eltern hält diesem Schicksalsschlag nicht stand. Doch nach 15 Jahren erhält Vincent von der todkranken Geneviève einen Brief, mit der Bitte, sie doch zu besuchen. Vincent macht sich auf den Weg und die beiden kommen sich wieder näher.
EGr

John Boyne: Der Junge im gestreiften Pyjama

John Boyne: Der Junge im gestreiften Pyjama

Dies ist zwar eigentlich ein Jugendbuch, aber ich kann es nur jedem Erwachsenen ans Herz legen.
Wie in der Familie des 9jährigen Bruno wird auch in diesem Roman vieles verschwiegen und nur angedeutet. Im Zentrum steht nicht die historische Realität, sondern die Wahrnehmung eines Kindes, das die Welt um sich nicht versteht und sich so seine eigene Welt erschaffen muss. Brunos Vater wird Kommandant in Auschwitz und so muss die Familie Berlin verlassen und Bruno lässt voller Schmerz auch seine Freunde zurück. In seiner Einsamkeit im Haus am Lagerzaun freundet er sich verbotenerweise mit Schmuel, einem gleichaltrigen jüdischen Häftlingsjungen an.
EGr

Hanns-Josef Ortheil: Das Verlangen nach Liebe

Hanns-Josef Ortheil: Das Verlangen nach Liebe

Wenn Sie mal wieder Verlangen nach einem schönen und problemlosen Liebesroman haben, dann sollten Sie "Das Verlangen nach Liebe" lesen. Ein sehr gefühlvoller Roman in einer sehr schönen Sprache - aber fast schon ein bisschen zu viel Harmonie und dadurch sehr nahe am Kitsch.
Die Kunstprofessorin Judith und der Pianist Johannes treffen sich nach 18 Jahren zufällig in Zürich wieder. Behutsam lernen sie sich bei langen Gesprächen, Spaziergängen und Restaurantbesuchen wieder kennen. Vorsichtig tasten sie sich wieder aneinander heran und versuchen möglichst ehrlich und offen zueinander zu sein. Und von Neuem entsteht die Vertrautheit, die sie in der Jugend so genossen haben.
EGr

Milena Agus: Die Frau im Mond

Milena Agus: Die Frau im Mond

Milena Agus wurde in Genua geboren und lebt in Cagliari auf Sardinien. Sie ist Lehrerin für Italienisch und Geschichte.
"Die Frau im Mond" ist ein kleiner schoener Roman, in dem die Enkelin das Leben ihrer ungewöhnlichen Großmutter erzählt.
Sardinien 1943: die Bauerntochter gilt in ihrer Familie und im ganzen Ort als ein bisschen verrückt und findet lange Zeit keinen Mann. Schließlich  kommt ein Witwer auf der Flucht vor dem Krieg auf die Insel und als Untermieter zu den Eltern. Er heiratet die junge Frau, aber die beiden lieben sich nicht. Es wird eine Vernunftehe; ihre Hoffnung auf wahre Liebe und wahre Gefühle lässt sich jedoch nicht unterdrücken...
EGr

Francoise Dorner: Die letzte Liebe des Monsieur Armand

Francoise Dorner: Die letzte Liebe des Monsieur Armand

Der verwitwete Philosophielehrer Armand lebt alleine in seiner Pariser Wohnung. Mit seiner Haushälterin und seinen beiden Kindern verbindet ihn nicht viel. Sein einsames Leben erfährt erst eine Wendung, als er zufällig die zwanzigjährige Pauline kennenlernt. Erst sie bringt ihn wieder dazu, dem Leben positive Seiten abzugewinnen. Obwohl diese Begegnung seine Gefühle verwirrt, wird ihm so langsam einiges in den Beziehungen zu seinen Mitmenschen und seiner Familie klar.
Ein netter kleiner Roman, der an einem Nachmittag ausgelesen ist.
EGr

Alessandro Baricco: Ohne Blut

Alessandro Baricco: Ohne Blut

Auf einem einsamen Bauernhof üben drei Männer grausame Rache. Sie töten einen Mann; wie nebenbei erwischt es auch den kleinen Sohn; nur die Tochter überlebt in einem Versteck. Zwar wird sie dort vom jüngsten Killer entdeckt, doch der verrät sie nicht. Jahrzehnte später treffen sich die Frau und der ehemalige Killer wieder und setzen die Vergangenheit zusammen: eine Geschichte aus Tod, Rache, Vergeltung und ungelebtem Leben.
Erneut hat mich Allesandro Baricco fasziniert und emotional sehr beansprucht. Er erzählt eine schicksalhafte Geschichte über menschliche Beziehungen mit zentralem Konflikt und einer völlig überraschenden Wendung am Ende. Das Thema Rache als Heilmittel gegen den Schmerz gab es schon in vielen Romanen. Baricco schafft es jedoch wie kaum ein anderer, ein schwerwiegendes Thema in wenig Worte zu fassen, die Sprache wirkt einfach und macht das Buch dadurch gut lesbar. Daraus ergab sich für mich das einzige Manko des neuen Romans von Baricco, ich hatte es viel zu schnell gelesen.
Br

Charles Webb: Nachsitzen

Charles Webb: Nachsitzen

Wer erinnert sich nicht gern an den Kultfilm "Die Reifeprüfung". Dreißig Jahre später schreibt der Autor ein neues Buch über ganz normale menschliche Verfehlungen und es heißt, dass auch dieses Buch verfilmt wird. Die Story ist ganz banal: Enttäuscht und fassungslos flieht der Londoner Künstler Collin nach Amerika, um seine Verlobte Vera zu vergessen. Die gab ihm kurz vor der Hochzeit auf geschmacklose Art und Weise den Laufpass. In einem kleinen Nest in Neuengland, angekommen, wird Collin unerwartet offen und warmherzig von Menschen umsorgt, die eigentlich Fremde sind. Insbesondere die Krankenschwester Mandy nimmt sich seiner an und es entwickelt sich eine intensive, allerdings sehr komplizierte Beziehung. Diese wird durch das plötzliche Auftauchen der Exfreundin belastet. Mich hat "Nachsitzen" sehr angesprochen, weil es ein neben dem hektischen und problembeladenen Alltag leicht zu lesendes Buch ist. Köstlich sind die Dialoge in teils skurrilen Situationen und die klare Sprache, bei der nichts zu viel ist, der es aber deshalb nicht an Sensibilität mangelt. Es ist mal ein ganz anderes Buch über die Liebe. "Nachsitzen" habe ich mit großem Vergnügen gelesen und mich nicht zuletzt an den witzigen und lebendigen Porträtzeichnungen des Protagonisten gefreut, die dem Buch ein ganz besonderes Outfit verleihen. Alles in allem ein gelungenes und sehr lebensnahes Buch.
Br

Laura Doermer: Trappentreu - Roman einer Familie

Laura Doermer: Trappentreu - Roman einer Familie

Laura Doermer hat einen ungemein spannenden Roman über die Frauenschicksale einer Münchner Familie geschrieben. Jedem Kapitel ist ein Photo der betreffenden Person vorangestellt, das sehr kunstvoll zur Vorstellung des jeweiligen Familienmitglieds dient. Beginnend mit Marie und dem Schreiner Adam Fassbender zieht sich die Geschichte von 1875 über den ersten und den zweiten Weltkrieg bis in die heutige Zeit. Die Träume der Frauen jeder Generation zerbrechen nicht nur an den schwierigen - politisch bedingten - Lebensumständen, sondern immer auch an den ungewollten Schwangerschaften und den lieblosen Männern. Erst Senta erkennt: "Man heiratet im Vertrauen darauf, alles würde anders, würde besser. Aber nichts wird anders, geschweige denn besser, und nach einiger Zeit lässt man sich wieder scheiden. Dieses Spiel wollte sie nicht mitmachen."
EGr

Cees Nooteboom: Philip und die anderen

Cees Nooteboom: Philip und die anderen

In "Philip und die anderen" erzählt Cees Nooteboom die Geschichte eines jungen Mannes, der, einem traumhaften chinesischen Mädchen auf der Spur, quer durch Europa trampt, von Bekanntschaft zu Bekanntschaft eilt und in den Jugendherbergen und auf den Straßen seine "Schule des Lebens" besucht. In sieben Kapiteln erzählt der Autor ein melancholisches Märchen über Jugend, Lebensgefühl und Zärtlichkeit. "Philip und die anderen" ist Nootebooms Erstlingswerk, das er vor gut fünfzig Jahren schrieb. Als Kultbuch wurde es von Generation zu Generation weitergereicht und ich finde, mit gutem Recht. Dieser ausgesprochen romantische Roman hat mich so beeindruckt, wie schon lange kein Buch mehr. Es ist vor allem die wunderbare Sprache und die unglaubliche Bildhaftigkeit, eine Freude für Menschen mit viel Fantasie. Dieses Buch nehme ich in meine ganz persönliche Bestsellerliste auf und empfehle es nachdrücklich.
Br

Martin Suter: Ein perfekter Freund

Martin Suter: Ein perfekter Freund

Dieser Roman ist von der ersten bis zur letzten Seite spannend zu lesen. Ich konnte das Buch nicht mehr aus den Händen legen und möchte es deshalb unbedingt empfehlen. Viel Spaß beim Lesen!
Der Journalist Fabio Rossi erwacht im Krankenhaus mit einer rätselhaften Kopfverletzung und einem totalen Blackout - er kann sich an nichts mehr erinnern. Nur nach und nach gelingt es ihm allmählich, die Vergangenheit zu rekonstruieren. Und was da zum Vorschein kommt, erschreckt ihn zutiefst. Warum bloß hat er seinen Job bei der Zeitung gekündigt? Und was hat es auf sich mit der "ganz großen Sache", an der er angeblich dran gewesen ist?
Ein atemberaubender Psychothriller über einen Mann in einer Lebenskrise und zugleich die Geschichte einer großen Männerfreundschaft.
Br

Paul Auster: Das Buch der Illusionen

Paul Auster: Das Buch der Illusionen

Paul Auster gehört zu den großen Autoren der amerikanischen Gegenwartsliteratur. Mit seinem neuen "Buch der Illusionen" ist ihm erneut ein beeindruckender Roman gelungen. Faszinierend ist für mich die Mischung aus Filmbildern und Szenen des Lebens, aus Wirklichkeit und Illusion. Auch dieses Buch habe ich am Stück lesen müssen, weil mich die Geschichte total gefesselt hat.
Professor David Zimmer (bekannt aus Austers "Mond über Manhattan") ist ein gebrochener Mann, seit seine Frau und seine Kinder bei einem Flugzeugabsturz starben. Nur die Arbeit an einem kleinen Buch über einen 1929 verschollenen Stummfilmkomiker namens Hector Mann hält ihn am Leben. Dann geschieht Seltsames: Auf mysteriöse Weise tauchen Manns verloren geglaubte Filme wieder auf. Und eines späten Abends steht eine attraktive junge Frau vor der Tür vom Zimmer und fordert ihn auf, sofort nach Vermont zu fliegen: Hector Mann lebe noch und wolle ihn sprechen. Von da an wird alles anders im Leben des Professors. Er betritt eine Welt, die in allen Farben der Kunst und des Verbrechens, der Liebe und der Leidenschaft schillert. Für einen Moment darf er darin glücklich sein, bevor sie mit einem Knall zerplatzt....
Br

Nicholas Evans: Wenn der Himmel sich teilt

Nicholas Evans: Wenn der Himmel sich teilt

Nicholas Evans wurde 1995 mit seinem Roman "Der Pferdeflüsterer" bekannt. "Wenn der Himmel sich teilt" ist wieder ein fesselnder und gefühlvoller Roman, den man nicht mehr aus der Hand legen kann. In den Bergen Montanas wird die Leiche einer jungen Frau gefunden. Es handelt sich um die Umweltaktivistin Abbie Cooper, die wegen Mordes vom FBI gesucht wird. Nicholas Evans rollt aus der Sicht der einzelnen Familienmitglieder die Entwicklung von Abbie und auch die Entwicklung der Eltern und des Bruders Josh auf.
EGr

Jodi Picoult: Die Wahrheit meines Vaters

Jodi Picoult: Die Wahrheit meines Vaters

Wie schon in ihrem Roman "Beim Leben meiner Schwester" erzählt Jodi Picoult ihre Geschichte aus wechselnden Sichtweisen. Die beteiligten Personen kommen in jeweils einzelnen Kapiteln immer wieder zu Wort.
Delia Hopkins verbrachte zusammen mit ihrem Vater Andrew eine glückliche Kindheit. Sie lebt zusammen mit ihrem Vater, mit ihrer Tochter Sophie und ihrem Verlobten Eric, den sie schon aus Kindertagen kennt. Doch eines Tages steht die Polizei vor der Tür; Delias Vater wird verhaftet und ihr ganzes Leben wird auf den Kopf gestellt. - Ein spannend und flüssig geschriebener Schmöker!
EGr

Jean-Philippe Toussaint: Fliehen

Jean-Philippe Toussaint: Fliehen

Jean-Philippe Toussaints Stil fasziniert und fesselt mich ungemein. Schon sein Buch "Sich lieben" hat mich in seinen Bann gezogen. Auch die Fortsetzung "Fliehen" ist ein in Stil und Inhalt vollkommen überzeugender Roman. Mit einer unglaublichen Intensität wird eine düstere und mystische Stimmung erzeugt. Der Erzähler befindet sich auf einer Geschäftsreise in China; er erlebt hier allerlei groteske Vorfälle; von seiner früheren Freundin Marie wird er zur Beerdigung ihres plötzlich verstorbenen Vaters nach Elba zurückgerufen.
EGr

Aharon Appelfeld: Elternland

Aharon Appelfeld: Elternland

Aharon Appelfeld wurde 1932 bei Czernowitz in der Bukowina geboren. Nach Jahren der Flucht fand er 1946 in Palästina eine neue Heimat. Er hat mehrere international hochgelobte Romane geschrieben.
Jakob Fein lebt mit seiner Familie in Israel und beschließt eines Tages, nach Polen zu reisen, um sich auf die Spur seiner bereits verstorbenen Eltern zu begeben. Im Städtchen Schidowze wohnt er bei der katholischen Bäuerin Magda. Hier kann er sich nach den teilweise verstörenden Kontakten zu den Dorfbewohnern ganz zu Hause fühlen.
EGr

Edward St Aubyn: Schöne Verhältnisse

Edward St Aubyn: Schöne Verhältnisse

Bereits 1992 ist dieser erste Teil einer Trilogie in London unter dem Titel "Never mind" erschienen. Jetzt wurde dieses Buch endlich auch in deutscher Sprache verlegt.
Reich, snobistisch und herzlos sind die Mitglieder der "befreundeten" Familien, die sich in der Sommerfrische in einer Villa in Südfrankreich treffen. David, der zynische Hausherr demütigt seine alkoholkranke Frau und missbraucht seinen kleinen Sohn. Durch die wechselnden Erzählperspektiven der einzelnen Familienmitglieder und der Gäste wird die Situation spannend und nachvollziehbar beschrieben. Unbedingt lesen!
EGr

Alexander Häusser: Karnstedt verschwindet

Alexander Häusser: Karnstedt verschwindet

Schon seit der Schulzeit hat Simon keinen Kontakt mehr zu seinem Jugendfreund Karnstedt; sie gingen zusammen in einer schwäbischen Kleinstadt in die Schule.
Als Karnstedt stirbt, verfügt er jedoch, dass sich Simon um seinen Nachlass und das einsame Haus in Dänemark kümmern muss. Dadurch wird Simon gezwungen, sich mit der Vergangenheit und den Vorkommnissen in der Jugend zu beschäftigen. In immer wieder eingeflochtenen Rückblenden werden die Schwierigkeiten des Erwachsenwerdens und die provinzielle Enge deutlich spürbar. Ein sehr spannender und tiefgründiger Roman.
EGr

Barbara Bronnen: Du brauchst viele Jahre, um jung zu werden

Barbara Bronnen: Du brauchst viele Jahre, um jung zu werden

Ein Briefwechsel zwischen der 75jährigen Schriftstellerin Ada und ihrer 27-jährigen Enkelin. Die Briefe drehen sich um das Jungsein und das Älterwerden; die Beiden sagen sich offen aber doch mitfühlend ihre Meinung. Da sie zwei verschiedenen Generationen angehören, dreht sich ihr Gedankenaustausch um die verschiedensten Aspekte des Alters.
http://bronnen.de/
EGr

Alexandra Lavizzari: Wenn ich wüsste wohin

Alexandra Lavizzari: Wenn ich wüsste wohin

Alexandra Lavizzari wurde 1953 in Basel geboren und studierte Ethnologie und Islamwissenschaft. Nach Aufenthalten in Nepal, Pakistan und Thailand, lebt sie mit ihrem Mann und drei Kindern in Rom und in der Schweiz. Sie schreibt für die NZZ und ist Autorin kunstgeschichtlicher und literaturkritischer Werke.
Die 49jährige Sarah versucht mit zwiespältigen Gefühlen aus ihrem Leben mit 3 Kindern und einem abwesenden Mann auszubrechen. Sie verliebt sich und ist hin- und hergerissen zwischen ihren Pflichten und der Suche nach dem für sie selbst richtigen Weg.
EGr

Friedrich Christian Delius: Bildnis der Mutter als junge Frau

Friedrich Christian Delius: Bildnis der Mutter als junge Frau

Eine junge schwangere Frau aus Deutschland - Delius Mutter - geht an einem sonnigen Januartag des Jahres 1943 in Rom über die Straßen und Plätze. Sie lebt alleine in Rom in einem Diakonissenheim, da ihr Mann an die Front nach Afrika versetzt wurde. Mit ihren Gedanken, Hoffnungen und Ängsten fühlt sie sich in Rom sehr alleingelassen. Auf ihrem einsamen Spaziergang geht der jungen Frau vieles durch den Kopf: Erinnerungen an die Vergangenheit, Heimweh nach der Heimat, Gedanken an ihren Mann, Selbstzweifel, Bibelzitate, Gedichte....
Der Autor hat sowohl seiner Mutter als auch der Stadt Rom ein liebevolles Denkmal gesetzt.
EGr

Kristín Marja Baldursdóttir: Die Eismalerin

Kristín Marja Baldursdóttir: Die Eismalerin

Island in den Jahren zwischen 1915 und 1939: für die meisten Familien eine sehr harte Zeit. Dennoch setzt die Witwe Steinunn Olafsdóttir alles daran ihren 6 Kindern - auch den Mädchen - eine Schulbildung zu ermöglichen. Zu diesem Zweck zieht sie vom Land in die Stadt Akureyri. Karitas ist die jüngste Tochter, sie ist noch zu klein, um in der Fischfabrik arbeiten zu können; sie kümmert sich um den Haushalt und lernt dabei auch einige Bewohner der Stadt kennen. U.a. freundet sie sich mit einer Frau an, die ihre künstlerische Begabung entdeckt. Karitas wird mit ihrer finanziellen Hilfe zum Studium nach Kopenhagen geschickt. Fünf Jahre später kehrt sie als Künstlerin heim und verliebt sich in Sigmar. Eine schwere Zukunft liegt vor Karitas....
EGr

Philippe Claudel: Monsieur Linh und die Gabe der Hoffnung

Philippe Claudel: Monsieur Linh und die Gabe der Hoffnung

Nur Monsieur Linh und seine kleine Enkelin haben einen Bombenangriff auf das Dorf überlebt. Sie werden in ein fremdes Land evakuiert und leben in einem Flüchtlingswohnheim. Monsieur Linhs einziger Lichtblick ist die Freundschaft zu einem alten Mann, die sich langsam aufbaut und natürlich seine kleine Enkeltochter, um die er sich fürsorglich kümmert. Doch dann wird er in ein Heim am anderen Ende der Stadt gebracht und verliert seinen Freund aus den Augen.
Ein einfühlsamer Roman über einen Menschen, dem der Krieg seine ganze Lebensgrundlage und seine ganze Hoffnung genommen hat.
EGr

Yasmina Khadra: Die Attentäterin

Yasmina Khadra: Die Attentäterin

Yasmina Khadra, sein eigentlicher Name ist Mohammed Moulessehoul, wurde in Algerien geboren und lebt mit seiner Familie in Frankreich. Er bekam dort für sein Buch "Die Attentäterin" den Preis der Buchhändler 2006.
Amin Jaafie ist ein angesehener Arzt und gehört zu den 20 Prozent israelischer Staatsbürger arabischer Herkunft. Nach einem Selbstmordattentat muss er erfahren, dass seine Frau Sihem die Attentäterin war. Dies kann er weder verstehen noch akzeptieren; sein Leben gerät vollkommen aus den Fugen; seine Mitmenschen meiden ihn. Amin begibt sich auf eine fieberhafte und gefährliche Suche nach den verborgenen Spuren seiner Frau.
EGr

Elia Barceló: Das Rätsel der Masken

Elia Barceló: Das Rätsel der Masken

Ein perfekter Schmöker für jeden Literaturfan! Spannend bis zum Schluss dreht sich in diesem Roman alles um Schriftsteller, Verleger und einen Literaturwissenschaftler und das entsprechende Milieu in Paris.
Der Philologe Ari Lenormand will eine Biographie über Raúl de la Torre schreiben. Raúl ist ein berühmter Schriftsteller und beging vor einigen Jahren Selbstmord. Ari lernt in Paris Raúls erste Frau Amelia, sowie seinen Freund und Verleger André kennen. Eine spannende Spurensuche beginnt.
EGr

Philippe Claudel: An meine Tochter

Philippe Claudel: An meine Tochter

Philippe Claudel wurde mit seinem Roman "Die grauen Seelen" bekannt. Hierfür stand er in Frankreich monatelang auf den Bestsellerlisten.
"An meine Tochter" ist sein dritter Roman; ein dünnes, aber sehr intensives Buch über die Suche eines Mannes nach seinem Lebenssinn und damit auch nach seinem Lebenswillen. Er hat seine Frau verloren und ist nun alleine mit seiner kleinen Tochter und denkt ständig an Selbstmord.
In seinem Beruf hat er die Aufgabe, Menschen den Unfalltod von Angehörigen mitzuteilen und sie dazu zu bewegen, einer Organspende zuzustimmen. Während eines solchen Termins reflektiert er sehr intensiv seine eigene Situation und versucht wieder Hoffnung zu schöpfen.
EGr

Johannes Groschupf: Zu weit draußen

Johannes Groschupf: Zu weit draußen

Johannes Groschupf, geboren 1963 in Braunschweig, arbeitete seit 1988 als Reisejournalist. In der Sahara überlebte er als einziger Insasse einen Hubschrauberabsturz und verarbeitet dieses unvorstellbare Erlebnis als Tagebuch, als Radio-Feature und als Roman.
Jan Grahn liegt ein Jahr lang mit schwersten Verbrennungen in einer Unfallklinik und versucht anschließend sein Leben in Berlin neu zu beginnen. Mit beklemmender Intensität beschreibt der Autor diese schwere Zeit der Neuorientierung, die Suche nach seinem eigenen und neuen Weg: der soziale Abstieg, Leben von Sozialhilfe, kaum Geld für die grundlegenden Bedürfnisse des Lebens, für Heizung und Nahrung; Laubkehren im Stadtpark, Pflichtstunden in einem Nachbarschaftsladen, sowie die Arbeit als Leichenwäscher und Sargträger in einem Bestattungsinstitut; große Schwierigkeiten und Enttäuschungen erlebt er auch beim unterschiedlichen Verhalten seiner Familienangehörigen; einziger Lichtblick sind seine Kinder und ihr relativ unkompliziertes Verhalten.

"Wer durch eine Verletzung zu solcher Reise gerufen wird, sollte den Ruf annehmen und ihm folgen. Das Leben öffnet sich ihm, der eine solche Herausforderung annimmt, auf neuartige Weise. So gesehen, möchte ich die Erfahrung des Absturzes, der Brandverletzung nicht missen."
http://www.cicatrix.de/schicksal_berichte_groschupf.html
Für sein Radio-Feature "Der Absturz" erhielt Johannes Groschupf 1999 den Robert-Geisendörfer-Preis.
EGr

Ron McLarty: Die unglaubliche Reise des Smithy Ide

Ron McLarty: Die unglaubliche Reise des Smithy Ide

Eine skurrile und liebenswerte Geschichte um den übergewichtigen Smithy Ide. Beide Eltern sterben bei einem Verkehrsunfall. Als Smithy auch noch die Nachricht vom Tod seiner Schwester Bethany aus Los Angeles bekommt, setzt er sich völlig planlos auf sein Fahrrad und fährt quer durch Amerika; er ist auf dem Weg zum Bestattungsinsitut, in dem seine Schwester auf ihn "wartet". Auf dieser Reise hat er viele verwirrende und melancholische Erlebnisse; er wird sein Gewichts- und Alkoholproblem los und er verliebt sich; er hat ungeahnte Kräfte und findet zu sich selbst.
EGr

Barbara Bronnen: Am Ende ein Anfang

Barbara Bronnen: Am Ende ein Anfang

Ein Briefroman zwischen der siebzigjährigen Charlotte und dem dreiundsiebzigjährigen Johannes; die Beiden waren in jüngeren Jahren ein Paar, bis Charlotte einen anderen Mann geheiratet hat. Sie ist eine bekannte Photographin und inzwischen verwitwet. Zufällig treffen sie sich am Bahnhof wieder und es entwickelt sich ein Briefverkehr zwischen München und Hamburg. Trotz der räumlichen Distanz entwickelt sich ein intensiver Austausch über beider Gedanken und Zweifel über die Liebe und das Alter; Sehnsüchte, Ängste und Schwächen werden in großer Offenheit thematisiert.
EGr

Rascha Peper: Visions of Hanna

Rascha Peper: Visions of Hanna

Ein Roman um die verschiedensten Menschen, die alle die Erinnerung an Hanna verbindet. Hanna ist vor 2 Jahren mit einer Yacht vor Marokko verunglückt und liegt vermutlich auf dem Meeresgrund. Ihr ehemaliger Freund Robin, der in Holland als Taucher arbeitet, hat es sich zum Ziel gesetzt, ihre Leiche zu bergen. Der Roman dreht sich auch noch um seinen ehemals besten Freund Gerry, dem er Hanna einst ausspannte. Die beiden haben keinen Kontakt mehr zueinander. Gerry arbeitet als Meeresforscher in New York. Auch die fünfzehnjährige Nichte Emma ist sehr fasziniert von ihrer Tante Hanna.
Neben einigen anderen Verwandten gibt es dann auch noch 10000 blaue Plastik-Badeenten, die dazu da sind, den Verlauf des Äquatorialstroms zu erforschen... Eine leichter und mitreißender Roman aus dem marebuchverlag, der beim Lesen viel Freude macht.
EGr

Philippe Grimbert: Ein Geheimnis

Philippe Grimbert: Ein Geheimnis

Philippe Grimbert wurde 1948 in Paris geboren und ist Psychoanalytiker. Mit seinem zweiten Roman "Ein Geheimnis" stand er monatelang auf den französichen Bestsellerlisten. Zu Recht! Dieses schmale Buch ist unheimlich intensiv, spannend und berührend.
Philippe, der Ich-Erzähler, ist schmächtig und kränkelnd. Seine sportlichen Eltern hätten sich einen kräftigen sportlichen Sohn gewünscht und Philippe bekommt diese Enttäuschung immer zu spüren. Auch der große Bruder, den er sich in seinen Tagträumen herbeiphantasiert, kann nicht helfen. Erst als Fünfzehnjähriger erfährt der Ich-Erzähler von einer engen Freundin der Familie das, was er schon immer gewusst zu haben glaubt. Er ist Jude und die erste Frau seines Vaters hat sich und ihren Sohn Simon aus Verzweiflung den Nationalsozialisten ausgeliefert. Simon ist der Halbbruder des Erzählers.
EGr

Lida Winiewicz: Geisterbahn - eine Wiener Weltreise

Lida Winiewicz: Geisterbahn - eine Wiener Weltreise

Für Wien-Liebhaber ist dieses Buch ein richtiges Schmankerl. Lida Winiewicz hat in Wiens öffentlichen Verkehrsmitteln ihre Augen und Ohren offen gehalten und köstliche Situationen und Gespräche festgehalten.
EGr

Ketil Bjørnstad: Vindings Spiel

Ketil Bjørnstad: Vindings Spiel

Ketil Bjørnstad ist Pianist, Komponist und Schriftsteller und lebt in Oslo. Er studierte in Oslo, London und Paris klassisches Klavier und brachte mit 21 seine erste Platte heraus. Inzwischen ist er aber vor allem als Jazzmusiker bekannt und hat bereits mehr als 30 CDs veröffentlicht.
In seinem Roman "Vindings Spiel" erzählt er auf äußerst spannende Weise das Leben von jungen Musikern in Oslo, die sich zu einer lockeren Gruppe zusammengeschlossen haben. Das Buch ist wie ein Musikstück komponiert; es dreht sich um's Erwachsenwerden, um Freundschaft und Liebe, um den Ehrgeiz von Eltern und Lehrern und die Folgen die daraus für jeden Einzelnen entstehen. Der steinige Weg durch Wettbewerbe, Debüts und Konzerte bringt alle an die Grenzen ihrer Kraft und ihres Lebens.
Egr

Jean Giono: Der Mann, der Bäume pflanzte

Jean Giono: Der Mann, der Bäume pflanzte

Diese sehr schöne kurze Erzählung von Jean Giono wurde schon in mehreren Ausgaben veröffentlicht und von verschiedenen Illustratoren gemalt. Der Sanssouci-Verlag hat jetzt eine Ausgabe mit Bildern von Quint Buchholz herausgegeben, die den Text vortrefflich ergänzen.
http://www.quintbuchholz.de/

EGr

Kazuo Ishiguro: Alles, was wir geben mussten

Kazuo Ishiguro: Alles, was wir geben mussten

"Alles, was wir geben mussten" ist ein verstörendes Buch. Fast hätte ich es wieder beiseite gelegt, da sich die erste Hälfte allzusehr in die Länge zog; aber dann hat mich dieser Roman doch noch ziemlich gefesselt. Kathy, Ruth und Tommy verbringen ihre Kindheit in einem Internat in einer ländlichen englischen Idylle. Sie sind elternlos, aber sie sind keine Waisen, sondern Klone; ihre Bestimmung als Erwachsene wird es sein, Organspender zu sein, aber auch sie sind voller Sehnsucht und Liebe wie natürlich gezeugte Menschen.
EGr

Paul Ingendaay: Warum du mich verlassen hast

Paul Ingendaay: Warum du mich verlassen hast

Paul Ingendaay, Jahrgang 1961, hat in Köln, Dublin und München Anglistik und Hispanistik studiert. 1997 erhielt er den Alfred-Kerr-Preis für Literaturkritik. Er lebt als Kulturkorrespondent der Frankfurter Allgemeinen Zeitung in Madrid.
Der fünfzehnjährige Marko erzählt von seiner Zeit in einem katholischen Jungeninternat; für ihn sind die drei wesentlichen Dinge im Leben: Mädchen, Bücher und Gott. Nicht alles ist leicht erreichbar. Marco ist auf der Suche nach einer Zufluchtsmöglichkeit vor der Heuchelei des Internatslebens und vor der Heuchelei seiner Eltern.
EGr

Per Petterson: Pferde stehlen

Per Petterson: Pferde stehlen

Per Petterson ist Bibliothekar, Buchhändler und Übersetzer; er hat mit "Pferde stehlen" einen wunderbar leisen und eindringlichen Roman geschrieben.
Die Handlung ist in die ruhige und schöne Natur Norwegens eingebettet. Sie spielt in 2 Zeitebenen: auf der einen Seite Trond, der sich im Alter von 67 Jahren - nach mehreren Schicksalsschlägen - in die Einsamkeit zurückzieht; auf der anderen Seite der fünfzehnjährige Trond, der im Sommer 1948 die Ferien mit seinem Vater in einer Hütte nahe der schwedischen Grenze verbringt. Nach diesem Sommer wird er seinen Vater nie wieder sehen.
EGr

Hier finden Sie noch Opens internal link in current windowweitere Lesempehlungen aus früheren Jahren.