Rosenheimer Literaturpreis
Der Rosenheimer Literaturpreis wird im Rahmen der Veranstaltungsreihe der Stadtbibliothek "Oberbayerische Literat(o)uren" verliehen.
Die mit 4000 € dotierte Auszeichnung wird von der Kultur- und Sozialstiftung des Oberbürgermeisters der Stadt Rosenheim Dr. Michael Stöcker vergeben.
Auswahlkriterien und Jury
In die Auswahl kommen Autorinnen und Autoren, die einen deutlichen Bezug zur Stadt Rosenheim oder zur Region haben.
Auswahlkriterien sind:
- Literarische Qualität
- Bezug zur Stadt oder zur Region Rosenheim entweder über die Person oder über das Werk
- Förderung entweder eines bereits bekannten Autors/Autorin oder eines noch jungen literarischen Talentes
Die Fachjury erarbeitet eine Vorschlagsliste; die Entscheidung liegt anschließend beim Stiftungsbeirat. Die Jury setzt sich derzeit zusammen:
- Robert Berberich: Kulturreferent Stadt Rosenheim
- Susanne Delp: Leiterin Stadtbibliothek
- Laura Doermer: 1. Preisträgerin aus dem Jahr 2003
- Elisabeth Gröger: Stadtbibliothek
- Rainer Janka: Studiendirektor Ignaz-Günther-Gymnasium
- Madlon V. Köpfler: Mitinitiatorin der "Oberbayerischen Literat(o)uren"
Rosenheimer Literaturpreis 2010

3. Rosenheimer Literaturpreis an Ruth Rehmann
Ruth Rehmann wurde 1922 als Tochter eines Pastors in Siegburg geboren. Nach dem Abitur besuchte sie eine Dolmetscherschule, später studierte sie Archäologie, Germanistik und Musik mit dem Hauptfach Geige. Vor ihrem schriftstellerischen Wirken arbeitete sie als Lehrerin, Pressereferentin, Reisejournalistin und Dolmetscherin für ausländische Botschaften in Deutschland. Anfang der 60er Jahre wurde sie mit einigen Preisen ausgezeichnet und war Mitglied der Gruppe 47; der große Durchbruch gelang ihr erst 1979 mit dem Roman "Der Mann auf der Kanzel: Fragen an den Vater." Ein Buch der doppelten Anklage - das bohrende Fragen nach der Schuld der Vätergeneration und der Rolle der Kirche im Nationalsozialismus aufwarf. Für ihr gelungenstes Werk "Fremd in Cambridge" wurde sie im Alter von 77 Jahren 2001 mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet. Ruth Rehmann lebt seit vielen Jahren im Chiemgau.
Der Preis wurde am 15. März 2010 an Ruth Rehmann verliehen. Nach einem Grußwort von Michael Krüger - Verleger vom Hanser-Verlag - schloss sich die Laudatio vom Lektor und Literaturkritiker Andreas Wirthensohn an. Der feierliche Abend und das Gespräch des vorhergehenden Preisträgers Alois Prinz mit Ruth Rehmann wurde von Martin Steinack an der Gitarre umrahmt.
Laudatio von Andreas Wirthensohn
Weitere Informationen über Ruth Rehmann beim
Hanser Verlag
Alois Prinz - Preisträger 2007

Alois Prinz wurde 1958 in Wurmannsquick, einem Ort in Niederbayern geboren. Dort wuchs er zusammen mit seinen sechs Geschwistern auf. Nach dem Abitur ging er nach München, um dort Germanistik, Politologie, Philosophie und Kommunikationswissenschaften zu studieren. Parallel dazu absolvierte er eine journalistische Ausbildung und promovierte 1988 mit einer Arbeit über die 68er Studentenbewegung und ihren Einfluss auf die Literatur. Bis 1994 arbeitete er als freier Journalist und verfasste wissenschaftliche Texte. Alois Prinz lebt mit seiner Frau und seinen Kindern in Feldkirchen-Westerham.
Mittlerweile konzentriert er sich auf das Schreiben von Büchern - wobei sein Schwerpunkt auf Biographien liegt, die sich an Jugendliche und Erwachsene wenden. 2001 erhielt er für seine Hannah Arendt-Biographie den
Evangelischen Buchpreis. Ebenfalls 2001 wurde seine Hesse-Biografie für den Deutschen Jugenliteraturpreis nominiert. Im Jahre 2004 erhielt seine viel besprochene Biografie "Lieber wütend als traurig, die Lebensgeschichte der Ulrike Meinhof" den
Deutschen Jugendliteraturpreis.
Werke
- Der poetische Mensch im Schatten der Utopie - Zur politisch-weltanschaulichen Idee der 68'er Studentenbewegung und deren Auswirkung auf die Literatur, 1990
- Das Paradies ist nirgendwo Die Lebensgeschichte des Georg Forster, 1997
- Beruf Philosophin oder Die Liebe zur Welt Die Lebensgeschichte der Hannah Arendt, 1998
- Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne Die Lebensgeschichte des Hermann Hesse, 2000
- Der Ausreißer, 2001
- Lieber wütend als traurig Die Lebensgeschichte der Ulrike Marie Meinhof, 2003
- Auf der Schwelle zum Glück Die Lebensgeschichte des Franz Kafka, 2005
- Der erste Christ Die Lebensgeschichte des Apostels Paulus, 2007
- Mehr als du denkst - Zehn Menschen, die ihre Bestimmung fanden, 2009
- Rebellische Söhne, 2010
- Der Brandstifter: die Lebensgeschichte des Joseph Goebbels, 2011
http://www.beltz.de/de/verlagsgruppe-beltz/unsere-autoren/autor/alois-prinz.html
Laura Doermer - Preisträgerin 2003

Vita:
8. August 1935 - 11. Juli 2010
Geboren in München,
verheiratet, drei Kinder
lebte und arbeitete über 25 Jahre am Samerberg
Werke
- Moritz mein Sohn, 1990
- Vergehendes Blau, 1996
- Verwehte Braut, 2001
- Rosetten und Girlanden: Roman eines Jahres, 2003
- Marie: Erzählung, 2004
- H.albgott: Roman einer Täuschung, 2004
- Trappentreu: Roman einer Familie, 2007
- Bruder Einsam, 2009

